Medizin & Biotech

APA

Forscher verhindern Unterstützung von Tumoren durch Riesenfresszellen

05.02.2020

Riesenfresszellen (Makrophagen) werden von Tumoren herbeigerufen und helfen ihnen, ungehemmt zu wachsen. Wiener Forscher haben eine Möglichkeit gefunden, die Ausbildung solcher Makrophagen vom Typ 2 zu blockieren. Dadurch würden die Krebszellen ihre Unterstützung verlieren. Die Studie erschien im Fachmagazin "Cell Reports".

Ein Team um Wolfram Weckwerth vom Department für Ökogenomik und Systembiologie der Universität Wien und Thomas Weichhart vom Institut für Medizinische Genetik der Medizinischen Universität Wien entdeckte einen "Schalter", der nötig ist, damit aus ungelernten ("M0") Makrophagen sogenannte M2-Makrophagen werden.

"Das sind Zellen des Immunsystems, die in Heilungsprozesse involviert sind", so Weckwerth im Gespräch mit der APA. Sie kämen aber auch in der unmittelbaren Umgebung von Tumoren vermehrt vor. Die Krebszellen senden Signale aus, die die Bildung von M2-Makrophagen fördern und diese unterstützen anschließend die Vaskularisierung, erklärte er, also dass die Tumore zwecks besserer Wachstumsbedingungen mit zusätzlichen kleinen Blutgefäßen versorgt werden.

Die Forscher fanden heraus, dass weniger solcher M2-Riesenfresszellen ausgebildet werden, wenn man einen "Schalter" blockiert, nämlich das zuvor aus dem Zuckerabbau-Stoffwechsel (Glykolyse) bekannte Enzym "Phosphoglyceratdehydrogenase" (PHGDH). Dann bleiben sie naive, unschädliche M0-Vorläuferzellen. Damit würde man den Krebszellen ihre unmittelbare Umwelt ein wenig unwirtlicher gestalten und sie benachteiligen, meint Weckwerth.

STICHWÖRTER
Medizin  | Biologie  | Wien  | Wissenschaft  | Forschung  | Naturwissenschaften  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung