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"Neue Ära": LKH Feldkirch setzt vierarmigen "OP-Roboter" ein

28.02.2020

Am Landeskrankenhaus Feldkirch ist seit Ende Jänner ein innovativer, vierarmiger "OP-Roboter" im Einsatz. Die ersten Patienten seien bereits erfolgreich mit dem roboter-assistierten Chirurgiesystem "da Vinci" operiert worden, informierte die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) in einer Aussendung. In das System wurden rund 4,4 Mio. Euro investiert.

Die Einheit besteht aus einer Konsole, an der der Chirurg sitzt, und dem Patientenwagen mit vier Armen. Drei davon bedienen Instrumente, einer eine Kamera. Wegen der Vergrößerungsmöglichkeiten und der dadurch größeren Präzision seien die Eingriffe nervenschonend und es komme zu geringerem Blutverlust. Die Patienten bräuchten dann weniger Schmerzmittel, seien rascher mobil. Der Heilungsverlauf sei dadurch besser, die Aufenthaltsdauer kürzer, so die Vorteile.

Die Ergebnisse der ersten Operationen hätten alle Erwartungen übertroffen, so Primar Alfred Hobisch, Projektleiter und Leiter der Urologie. Er sprach von einer "neuen Ära". Die Feldkircher Urologie teilt sich den Roboter mit der Thoraxchirurgie, das steigert die Auslastung. Primar Ingmar Königsrainer, Leiter der Thoraxchirurgie, erklärte: "Die Operation wird von uns Chirurgen gemeinsam mit der OP-Pflege durchgeführt. Dabei dient uns der Roboter als verlängerte Hand des Chirurgen. Der Chirurg steuert die Arme des Roboters mit höchster Präzision von der Konsole aus." Die Operateure absolvierten dafür eine umfangreiche Schulung, der Roboter führt keine Handlungen autark aus. Die Patienten würden im Vorfeld über den Einsatz des Systems und dessen Vorteile aufgeklärt, das schaffe Sicherheit.

Der Roboter assistiert in der Urologie bei Operationen an der Prostata, den Nieren sowie künftig an der Harnblase sowie in der Thoraxchirurgie bei Eingriffen an Lunge, Dickdarm und Speiseröhre sowie Leber und Galle. Die Investition von 4,4 Mio. Euro über fünf Jahre sind laut KHBG durch eine langfristige Planung des zentralen Einkaufsmanagements möglich geworden. Ab Herbst soll das System mit einem eigenen Gerät auch in der Gynäkologie Anwendung finden. Derzeit liefen dafür die Planungen, die Kosten seien in Verhandlung.

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