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Coronavirus - SARS-CoV-2 nicht wandlungsfähiger als Erkältungsviren

06.03.2020

Viren verändern sich fortlaufend, manche schneller als andere. So ist bei Grippeviren eine jährliche Impfung erforderlich, um den laufend mutierenden Viren auf den Fersen zu bleiben. Ähnlich könnte sich die Lage für das neue Coronavirus entwickeln, vermutet Richard Neher von der Universität Basel.

"Die Mutationsrate des Virus ist vergleichbar mit anderen Coronaviren", erklärte der Experte für Viren-Evolution. Vier dieser anderen Coronaviren lösen beim Menschen normale Erkältungen aus. Wiederinfektionen können nach einigen Jahren auftreten, wenn sich die Viren so stark verändert haben, dass die bestehende Immunität gegen sie weniger wirksam ist, oder die Immunität nachgelassen hat. "Wiederinfektionen verlaufen aber typischerweise milder", betonte Neher.

Für einen Impfstoff könnte die Wandlungsfähigkeit des Virus dennoch bedeuten, dass es - je nach Art des Vakzins - eine regelmäßige Auffrischung der Impfung wie bei der saisonalen Grippe geben könnte. "Zuerst brauchen wir aber überhaupt mal einen Impfstoff."

Damit es zu erneuten großen Ansteckungswellen in der Zukunft käme, müsste sich das Virus relativ stark verändern, so Neher. Der dafür notwendige Selektionsdruck dürfte aber erst in mehreren Jahren vorhanden sein, wenn der Großteil der Bevölkerung immun sei. Die Theorie, dass bereits im Zuge der derzeitigen Pandemie einige Linien des SARS-CoV-2 durch Mutation aggressiver geworden seien, halte er für sehr spekulativ.

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