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Schramböck kündigte eine Mio. Euro für die Coronavirus-Forschung an © APA (Fohringer)
Schramböck kündigte eine Mio. Euro für die Coronavirus-Forschung an © APA (Fohringer)

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Österreichs Medikamentenlager "zufällig" voller denn je

09.03.2020

Eher "zufällig"- in Erwartung des chinesischen Neujahrs und des Brexits - seien die österreichischen Medikamentenlager momentan voller "als jemals", sagte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) am Montag. Angesichts des "Weckrufs" durch das Coronavirus gelte es nun, die Produktion wieder verstärkt nach Europa zu holen. Zudem wird eine Mio. Euro für Coronavirus-Forschung ausgeschüttet.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die einst vielfach in Europa beheimatete Medikamentenproduktion stark in Richtung Asien und vor allem Indien verlegt, so die Ministerin nach einem Runden Tisch mit Vertretern der Pharmaindustrie in Wien. Die nunmehrige Situation rund um das Coronavirus zeige, dass es Anstrengungen bedarf, die Herstellung wichtiger Medikamente in Europa zu halten bzw. Anreize zu schaffen, sie wieder zurück zu holen. Mit der österreichischen Pharmaindustrie und Partnern aus anderen Ländern gelte es daher, größere Projekte auf EU-Ebene zu akquirieren, mit denen auch die Produktion unterstützt werden kann. Es handle sich hier um neue Förderungsmodelle, die nun EU-weit "Fahrt aufnehmen", sagte Schramböck.

Die Wirtschaftsministerin kündigte überdies vor Journalisten einen Vorstoß innerhalb der EU an, zukünftig den Bedarf an wichtigen Medikamenten, wie etwa Antibiotika über ein Jahr vorrätig zu halten. Das bringe "mehr Unabhängigkeit" und sichere eine potenziell "rettende Lebensader für Europa".

"Keine Lieferengpässe"

In absehbarer Zukunft sei trotz der momentanen Situation rund um das Coronavirus mit "keinen Lieferengpässen" zu rechnen, betonte Philipp von Lattorff, Generaldirektor Boehringer Ingelheim RCV und Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig). In Österreich gebe es "einige wichtige Produzenten" und das Ansinnen, in Zukunft wieder mehr hierzulande zu produzieren, teile die Branche, die durch die Corona-Krise auch ein "pharmafreundlicheres Umfeld" ortet. "In Krisenzeiten besinnt man sich hier", sagte von Lattorff.

Man dürfe aber nicht vergessen, dass die Produktion im Pharmabereich sehr stark mit der Forschung zusammenhänge. Schramböck kündigte hier die Ausschreibung eines über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelten "Emergency Calls" in der Höhe von einer Million Euro an.

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