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Ein großer Forschungsstandort des Unternehmens ist Wien © Valneva
Ein großer Forschungsstandort des Unternehmens ist Wien © Valneva

APA

Austro-französische Valneva vor Corona-Impfstoff-Studie

20.07.2020

Das französische Biotechunternehmen Valneva mit großem Forschungsstandort in Wien will im November oder Dezember mit den klinischen Studien seines potenziellen Corona-Impfstoffes starten. Der Zeitplan sei zwar langsamer als bei einigen anderen, aber der traditionelle Ansatz des Unternehmens könne sich als effektiver erweisen als neuere Strategien wie die von BioNTech und Pfizer, sagte Valneva-Chef Thomas Lingelbach gegenüber Reuters.

Großbritannien stehe an der Spitze der Warteschlange für Dosen seines potenziellen Impfstoffs, so Lingelbach. Das britische Wirtschaftsministerium hatte zuvor mitgeteilt, sich bei Valneva sowie der deutschen Firma BioNTech und deren US-Partner Pfizer vertraglich insgesamt 90 Millionen Dosen von zwei potenziellen Covid-19-Impfstoffen gesichert zu haben.

"Meine persönliche Arbeitshypothese ist, dass die ersten 60 Millionen Dosen nach Großbritannien gehen", sagte Lingelbach, obwohl Details noch verhandelt werden müssen. Er betonte zudem, auch mit der EU in Gesprächen über die Versorgung mit einem möglichen Corona-Impfstoff zu sein. Valeva als Unternehmen gibt es seit 2013: Damals fusionierte die Wiener Biotech-Firma Intercell mit der französischen Vivalis, der Firmensitz wurde Lyon.

Fokus auf inaktiven Coronaviren

Die Aktie von Valneva kletterte an der Wiener Börse um bis zu 14 Prozent auf 5 Euro nach oben. Das Papier ist zweitgelistet in Wien und hauptgelistet an der Euronext-Börse. BioNTech und der deutsche Mitbewerber CureVac, der diesen Monat seine klinische Studie startete, haben sich auf Impfstoffe auf Basis der so genannten Boten-RNA (mRNA) spezialisiert. Sie soll den menschlichen Zellen die Information zur Produktion von Proteinen und damit zur Bekämpfung der Krankheitserreger vermitteln. Valneva arbeitet dagegen mit inaktiven Coronaviren.

Weltweit forscht die Pharmaindustrie fieberhaft an Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus. BioNTech hatte im April als erstes Unternehmen in Deutschland die Genehmigung für eine klinische Studie mit einem möglichen Covid-19-Impfstoff erhalten. Experten zufolge ist ein Impfstoff erforderlich, um die Pandemie zu bekämpfen, die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt infiziert und bisher mehr als 600.000 Tote gefordert hat.

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