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Coronavirus - Stichwort: Der Impfstoff-Kandidat von AstraZeneca

09.09.2020

AstraZeneca hat die weltweiten Tests mit seinem vielversprechenden Corona-Impfstoffkandidaten wegen eines Krankheitsfalls bei einem Studienteilnehmer unterbrochen. Der britische Pharmakonzern gehört zu den führenden Unternehmen im Rennen um einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

Die EU, die USA, Großbritannien und weitere Länder haben sich bereits Hunderte Millionen Dosen des Impfstoffes gesichert. Es folgen die wichtigsten Fakten zu dem Impfstoffkandidaten:

IMPFSTOFF: Der unter "AZD1222" bekannte Impfstoffkandidat wurde von der Universität Oxford entwickelt. Er verwendet eine geschwächte Version eines bei Schimpansen vorkommenden Erkältungsvirus, der die Produktion von Antikörpern hervorrufen soll. AstraZeneca erhielt die Lizenz im April.

IMMUNITÄT: Die Impfung wird nach derzeitigen Erkenntnissen wohl einen Impfschutz von einem Jahr gewährleisten. AstraZeneca setzt dabei auf eine Zweifach-Impfung.

KOSTEN: AstraZeneca erwartet, den Impfstoff je Dosis für einige Dollar herstellen zu können. In Lateinamerika dürfte der Preis voraussichtlich bei vier Dollar liegen, in Indien bei drei Dollar und in Italien bei 2,50 Euro.

ENTWICKLUNGSSTADIUM: Derzeit befindet sich der Impfstoff in Großbritannien, Brasilien, Südafrika und den USA in späten klinischen Studien mit mehreren tausend Probanden und gilt damit als einer der führenden Kandidaten. Versuche sind auch in Japan und Russland geplant. Firmenangaben zufolge hat der Impfstoffkandidat schon in frühen Studien gezeigt, dass er eine Immunantwort hervorruft - die Testpersonen bildeten Antikörper und sogenannte T-Zellen, die die Immunabwehr unterstützen. In Südafrika soll getestet werden, wie das Serum bei HIV-Infizierten wirkt.

ZEITSCHIENE: Noch 2020 könnten Daten an die Aufsichtsbehörden weitergegeben und der Impfstoff möglicherweise bis Ende des Jahres bereitstehen, hoffen die Forscher. Aber es gebe keine Gewissheit, betonten sie. Daten aus Studien im Spätstadium sollten im September vorliegen, das könnte sich nun verzögern.

KOOPERATIONEN: AstraZeneca hat bereits mit mehreren Pharmafirmen Verträge zur Herstellung des Impfstoffes geschlossen. Mit Unterstützung der USA hat sich das Unternehmen im Juli auch mit IQVIA zusammengeschlossen, um die Versuche zu beschleunigen.

LIEFERVEREINBARUNGEN: Mit mehreren Ländern hat AstraZeneca Verträge über die Lieferung von Impfstoffdosen geschlossen, sollte der Wirkstoff zugelassen werden, etwa mit Großbritannien, den USA, der EU, Japan und Brasilien.

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