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Botenstoff Interleukin 2 überwindet die Krebsresistenz

16.09.2020

Der natürliche Botenstoff Interleukin 2 kann die Immunabwehr aktivieren und so die Bekämpfung von hartnäckigen Tumoren verbessern. Dafür verbündet sich der Stoff mit speziellen Zellen des Immunsystems, wie ein Team von Zürcher Forschern im Fachmagazin "Science Translational Medicine" berichtet.

Die Forscher des Universitätsspitals und der Universität Zürich untersuchten, wie sich Interleukin 2 (IL-2) auf die körpereigene Abwehr gegen Krebszellen auswirkt. Sie führten dazu Experimente mit Mäusen durch, untersuchten mit IL-2 behandelte Patienten und analysierten Daten aus einer Krebsdatenbank von Menschen mit schwarzem Hautkrebs.

Es zeigte sich, dass der Botenstoff IL-2 die Zahl der sogenannten dendritischen Zellen erhöht. Diese spüren entartete oder fremde Zellen im Körper auf und präsentieren sie den Killerzellen des Immunsystems. Diese wiederum können Krebszellen abtöten und so das Wachstum des Tumors stoppen oder das Krebsgeschwür sogar schrumpfen lassen. Die Daten aus der Krebsdatenbank zeigten denn auch, dass Hautkrebspatienten, die mehr IL-2-Aktivität im Tumor aufwiesen, länger überlebten.

Wichtiger Ansatzpunkt

Die Studie des Erstautors Miro Räber und seiner Kollegen liefert gemäß den Forschern einen wichtigen Ansatzpunkt, um Immuntherapien gegen Krebs zu verbessern - "gerade bei solchen Patienten, bei denen auch die neuesten Behandlungen nicht anschlagen", betonte der Letztautor und Immunologe Onur Boyman. Immerhin seien das mehr als die Hälfte der Patienten.

Den Botenstoff IL-2 nutzten Mediziner bereits vor 30 Jahren, um Tumore zu bekämpfen. Doch die Nebenwirkungen waren groß, Das Forscherteam um Boyman entwickelte daher Interleukin 2-Komplexe, bei denen der Botenstoff an einem Antikörper haftet. Die Nebenwirkungen bei diesen Behandlungen konnten so in Laborstudien stark verringert werden. Nun brauche es weitere Entwicklungen sowie klinische Studien, um die Behandlung genauer zu überprüfen, sagte Boyman.

Service: Abstract unter: https://stm.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/scitranslmed.aba5464

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