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FWF-Präsident Tockner verweist auf FWF-Förderungen © APA (Fohringer)
FWF-Präsident Tockner verweist auf FWF-Förderungen © APA (Fohringer)

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Chemie-Nobelpreis: Austro-Institutionen sehen sich als Ko-Wegbereiter

07.10.2020

Die Zuerkennung des Chemie-Nobelpreises zur Hälfte an die französische Forscherin Emmanuelle Charpentier geht an heimischen Forschungsinstitutionen nicht spurlos vorbei. So freut man sich an den Max Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizin-Universität Wien, dass dort "die Basis für die revolutionäre Anwendung des CRISPR-Cas9-Systems" gelegt wurde. Auch der Wissenschaftsfonds FWF verwies auf drei von ihm geförderte Projekte, die zu dem Erfolg verhalfen.

"Schlüsselelemente" des Verständnisses des Verteidigungsmechanismus von Bakterien, der Charpentier und Ko-Preisträgerin Jennifer Doudna schlussendlich Jahre später zur Entwicklung der Genschere brachte, hatten die Französin und die von ihre geleitete Gruppe am Vienna Biocenter und Kollegen ihres Teams an ihrer nächsten Forschungsstation in Umea (Schweden) aufgeklärt, heißt es auf der Website der Max Perutz Labs in Reaktion auf die Bekanntgabe des heurigen Chemie-Nobelpreises. Charpentier arbeitete von 2002 bis 2009 an den Max Perutz Labs.

An der Publikation des "Durchbruchs" im Jahr 2012 war auch Krzysztof Chylinski, damals Doktorand in Charpentiers Wiener Labor, beteiligt. Ebenso war der Forscher Zweitautor einer wichtigen Vorläuferpublikation, die 2011 in "Nature" erschien. Chylinski ist bis dato am Biocenter tätig. Im retrospektiven Zeitverlauf zeige sich der Wert der Grundlagenforschung, von der man nie wisse, zu welchen Innovationen sie in der Folge führen kann, heißt es.

Drei erfolgreiche FWF-Förderanträge

Insgesamt drei Mal war Charpentier mit Förderanträgen beim FWF erfolgreich. So wurde die nun designierte Nobelpreisträgerin bereits in den Jahren 2004 und 2008 vonseiten des auf die Unterstützung von Grundlagenforschung spezialisierten Fonds unterstützt. 2006 war Charpentier darüber hinaus im Rahmen des Doktoratsprogrammes "RNA Biologie" erfolgreich, in dessen Rahmen Arbeiten entstanden, die sich bei de Entwicklung der Genschschere als wichtig erwiesen, so der FWF.

"Ich gratuliere Emmanuelle Charpentier im Namen des FWF ganz herzlich zum Nobelpreis", erklärte FWF-Präsident Klement Tockner in einer Aussendung. Der Preis kröne eine herausragende wissenschaftliche Karriere, "die sie auch mehrere Jahre lang nach Österreich geführt hat und in der sie der Wissenschaftsfonds FWF maßgeblich unterstützen konnte".

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