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Maßgeschneiderte Krebstherapie: Neue Analyseplattform am Grazer CBmed

12.10.2020

Um die medikamentöse Therapie präziser an den jeweiligen Krebspatienten anpassen zu können, ist am Grazer CBmed in Kooperation mit asiatischen Partnern eine digitale Screening-Pattform installiert worden. In ihr sollen die aus Tumorzellen aus Patientengewebe gewonnenen Genom- und Metabolomanalysen mit Wirkprofilen gleich mehrerer Medikamenten gemeinsam ausgewertet und die bestmögliche Variante gefunden werden. Am Montag wurde die neue technische Infrastruktur vorgestellt.

In der traditionellen medizinischen Arzneimittelforschung wurden Wirkstoffe und Medikamente entwickelt, die bei allen Betroffenen einer Erkrankung wirken sollen. Im Falle von Krebs zeigt sich aber immer wieder, dass ein Teil nicht auf die Therapie anspricht, bzw. die Behandlung bei Patienten mit einer weit fortgeschrittenen plötzlich nicht mehr wirkt. Forscher gehen davon aus, dass die genetische Ausstattung des Patienten und sein jeweiliges Stoffwechselprofil (Metabolom) einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die Wirkung des jeweiligen Medikaments haben.

Ziel der neuen technischen Infrastruktur am Grazer K1-Zentrum Center for Biomarker Research in Medicine sei es, die maßgeschneiderte Behandlung der Patienten weiter voranzutreiben, schilderte Thomas Pieber, der wissenschaftliche Geschäftsführer des CBmed.

Identifizierung im Fokus

Im Fokus der Bemühungen in Graz steht dabei die Identifizierung, das Monitoring und die zielgerichtete Therapie auf Basis molekularer Analysen von Biomarkern. Eine wesentliche Grundlage dafür bietet eine am Samsung Medical Center in Seoul unter der Leitung von Dohyun Nam in den vergangenen zehn Jahren aufgebaute Drug-Screening Plattform, die Wirkungsprofile von Medikamenten auf Zellkulturebene erstellt. Die technische Infrastruktur für die neuartige Integration der Stoffwechselprofile (Metabolomik) liefert für Graz die Shimadzu Corporation, ein Hersteller von instrumenteller Analytik mit Sitz in Kyoto, Japan.

"Unser Projekt widmet sich der Etablierung einer Drug-Screening-Plattform auf Basis von sogenannten patient-derived-tumor-cells (PDCs), die anhand entnommenen Tumorgewebes kultiviert werden. Dabei werden die Ergebnisse der neuen Plattform hinsichtlich Wirkungsprofilen von Medikamenten sowie genomische Analysen mit den Stoffwechselprofilen kombiniert", fasste Barbara Prietl, die Leiterin des neuen Core-Lab am CBmed zusammen.

In dem Kooperationsverbund arbeiten insgesamt elf Mitarbeiter, das Projektvolumen bis 2022 beträgt rund 3,9 Millionen Euro. Der Gesamtwert der technischen Ausstattung beläuft sich auf rund 1,1 Millionen Euro, womit insgesamt an die fünf Millionen Euro investiert werden. Österreichische Projektpartner sind die Medizinischen Universitäten in Graz und Wien sowie Joanneum Research Health mit dem Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften.

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