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Falscher Einsatz bei Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft © APA (dpa)
Falscher Einsatz bei Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft © APA (dpa)

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WHO startete Aktionsbündnis im Kampf gegen Antibiotika-Resistenz

20.11.2020

Die weltweit wachsende Antibiotika-Resistenz ist nach Einschätzung der Vereinten Nationen eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und der Umwelt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ein Aktionsbündnis mit Regierungsvertretern, Pharmaunternehmen, Zivilgesellschaft und UNO-Organisationen geschmiedet, das Lösungen vorantreiben soll, wie sie in Genf berichtete.

Dazu gehören neben der WHO auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO und die Weltorganisation für Tiergesundheit OIE. Die Resistenz gegen Antibiotika bedrohe die Nahrungsmittelsicherheit, den Welthandel, die wirtschaftliche Entwicklung und untergrabe Fortschritte zum Erreichen der UNO-Entwicklungsziele, hieß es. Immer mehr Patienten sprechen nicht mehr auf die gängigen Antibiotika an. Nach Angaben der WHO liegt die Resistenz gegen eines der gängigen Antibiotika gegen Harnwegsinfekte, Ciprofloxacin, in 33 Ländern zwischen 8,4 und 92,9 Prozent. Dadurch werde es schwieriger und teils unmöglich, Infektionen zu behandeln.

Einer der Gründe sei der falsche Einsatz von Antibiotika bei Menschen, Tieren und in der Landwirtschaft. Mikroorganismen, die gegen die Antibiotika immun sind, könnten sich unter Menschen, Tieren und in der Umwelt verbreiten. Die WHO äußerte im Sommer Sorge, dass die Coronavirus-Pandemie das Problem verschärfen könnte, wenn Patienten unnötigerweise mit Antibiotika behandelt werden. Nur eine sehr kleine Zahl der Infizierten könne von Antibiotika profitieren.

Das Aktionsbündnis soll dafür sorgen, dass sich Standards für einen sorgsamen Umgang sowie die Herstellung und Verteilung von Antibiotika weltweit durchsetzen. "Antibiotika-Resistenz ist eine der größten Gesundheitsherausforderungen unserer Zeit, und wir können es nicht unseren Kindern überlassen, das Problem zu lösen", meinte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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