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Günter Weiss leitet das neue CD-Labor © MUI/D.Heidegger
Günter Weiss leitet das neue CD-Labor © MUI/D.Heidegger

APA

Christian Doppler-Labor an Innsbrucker Med-Uni widmet sich Blutarmut

01.02.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 04/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Mit dem "Christian Doppler-(CD)Labor für Eisenmetabolismus und Anämieforschung" startet nun das insgesamt sechste CD-Labor an der Medizinischen Universität Innsbruck. In den kommenden sieben Jahren werden rund 900.000 Euro in die Erforschung der Blutarmut (Anämie) fließen, die Hälfte davon kommt von der öffentlichen Hand.

Weltweit sind über zwei Milliarden Menschen von einer Störung des Eisenstoffwechsels betroffen, wie es in einer gemeinsamen Aussendung der Christian-Doppler-Gesellschaft (CDG) und Innsbrucker Med-Uni heißt. Folgen der Anämie sind etwa ein Abfall der Leistungsfähigkeit oder negative Auswirkungen auf das Wachstum und die geistige Entwicklung bei Kindern. Am neuen Labor wird man sich unter der Leitung von Günter Weiss schwerpunktmäßig der Erforschung des funktionellen Eisenmangels widmen, der vor allem im Rahmen von Autoimmunerkrankungen, Infektionen und Krebserkrankungen auftritt.

Bei dieser "Anämie chronischer Erkrankungen" (ACD) greife die gängige Therapie mit dem Ersetzen von Eisen mittels oral einzunehmender oder intravenös verabreichter Eisenpräparate weniger gut. "Systemische Untersuchungen der therapeutischen Effektivität etablierter und neuer oraler und intravenöser Eisenpräparate bei Entzündungsprozessen sind essenziell, um die ACD-Therapie zu optimieren und sekundäre Effekte dieser Medikamente zu identifizieren", so Weiss, der auf 25-jährige Forschungserfahrung in dem Bereich zurückblicken kann. Mit Unterstützung des Industriepartners AOP Orphan aus Wien gehe es um die Verbesserung von Diagnose und Therapie von Eisenstoffwechselstörungen und ACD. Zudem will man spezifische Biomarker identifizieren, um die Wirksamkeit von bestimmten Therapien schon vor einer Behandlung abschätzen zu können.

In CD-Labors arbeiten Unternehmen mit Wissenschaftern im Bereich der anwendungsorientierten Grundlagenforschung zusammen. Sie werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster öffentlicher Fördergeber der Christian-Doppler-Gesellschaft (CDG) ist das Wirtschaftsministerium.

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