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Forscher fordern sofortige Maßnahmen © APA (dpa)
Forscher fordern sofortige Maßnahmen © APA (dpa)

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Forscher: Klimawandel gefährdet weltweit Wasserversorgung aus Gebirge

10.12.2019

Die Gebirge sind weltweit eine wichtige Wasserquelle für Mensch und Natur. Der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und Misswirtschaft gefährden diese "Wassertürme der Welt", wie sie ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachjournal "Nature" nennt. Die wichtigsten aus ihrem Ranking, wie der Indus Wasserturm, vulgo Himalaya, sind auch die am verwundbarsten.

Ein Team um Walter Immerzeel von der Universität Utrecht (Niederlande) identifizierte weltweit 78 solcher "Wassertürme", die wertvolles Nass auf ihren schneebedeckten Gipfeln, in Gletschern und Seen speichern, und recht konstant in die Täler abgeben. Sie reihten diese nach ihrem Potenzial als Wasserspeicher und wie viele Menschen von ihnen abhängig sind. "Mehr als 1,6 Milliarden Menschen leben in Gebieten, die Wasser von ihnen beziehen, das sind ungefähr 22 Prozent der Erdbevölkerung" schrieben sie in dem Fachartikel.

Der wichtigste davon sei der "Indus-Wasserturm" in Asien. Er besteht aus den "riesigen Gebieten des Himalaya Hochlandes und bedeckt Teile von Afghanistan, China, Indien und Pakistan", erklärten die Forscher. Aber auch auf den anderen Erdteilen gäbe es weit vorne gereihte "Wasserturm"-Systeme, etwa in Europa in den Alpen (Rhone und Rhein), den Anden und den Rocky Mountains in Süd- beziehungsweise Nordamerika.

Als Trinkwasser und für Nahrungsmittelproduktion wichtig

Das nasse Element aus den Bergen wird als Trinkwasser und für die Nahrungsmittelproduktion immer wichtiger, doch in vielen Regionen ist sein Bestand durch den Klimawandel unsicher: Die Gletscher und Schneedecken schmelzen, Seen verschwinden. "Manche der verwundbarsten Wassertürme sind zusätzlich unter Druck durch Bevölkerungswachstum und alarmierende Anstiege des Wasserverbrauchs stromabwärts", so Yoshihide Wada vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien in einer Aussendung.

Die Forscher fordern sofortige Maßnahmen: Man sollte Schutzgebiete und Wasserreservoirs anlegen und den Wasserverbrauch so effizient wie möglich gestalten.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/s41586-019-1822-y

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