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Maßnahmen der IHRA betreffen u.a. Bildungsbereich und Forschung © APA (dpa)
Maßnahmen der IHRA betreffen u.a. Bildungsbereich und Forschung © APA (dpa)

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Antisemitismus - Edtstadler unterstreicht Bedeutung von Bildung

20.01.2020

Der erste Besuch der neuen Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) in Brüssel hat mit der Teilnahme an einem Ministertreffen der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA) begonnen. Dabei hob Edtstadler die Bedeutung von Bildung bei der Bekämpfung von Antisemitismus und anderen Formen der Diskriminierung hervor.

"Nur wenn man über die Dinge Bescheid weiß, kann man auch aufstehen, wenn man solche Phänomene in der Alltagssituation erlebt", sagte die Ministerin gegenüber Journalisten und forderte eine fächerübergreifende Behandlung des Themas im Schulunterricht. 2020 sei ein wichtiges Erinnerungsjahr, da die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau sich zum 75. Mal jähre.

Antisemitismus "in ganz Europa im Steigen"

Als "sehr besorgniserregend" bezeichnete es Edtstadler, dass Antisemitismus nun "in ganz Europa im Steigen" sei und sich "Juden und Jüdinnen in Europa zunehmend unsicherer fühlen und auch tatsächlich überlegen, auszuwandern". "Es liegt an uns, hier alle möglichen Gegenmaßnahmen zu ergreifen, dass wir hier ein Klima schaffen des Verständnisses, des Verstehens, des Forschens", so Edtstadler. In Österreich sei die Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) "sehr gut", damit auch der Schutz etabliert werde, "aber was wir viel mehr noch brauchen, ist Bildung".

Die Ministerin erinnerte daran, dass die EU-Länder bis Ende 2020 gemäß einem Ratsbeschluss unter österreichischem EU-Vorsitz von 2018 Strategien für die Sicherheit jüdischer Gemeinden vorlegen sollen. Auch in Österreich sei man daran, eine Strategie zu entwickeln. Dabei könne man auf die Expertise der IHRA zurückgreifen.

Der Außenminister des aktuellen EU-Ratsvorsitzlandes Kroatien, Gordan Grlic Radman, sieht das Problem des Antisemitismus in seinem Land als "eigentlich nicht sehr groß" an. Die jüdische Gemeinschaft sei gut integriert. Die neue Generation müsse dennoch "belehrt" werden, da "so etwas (der Holocaust, Anm.) nie wieder passieren soll". "Frieden, Stabilität und auch soziale Sicherheit haben keine Alternative", sagte er und unterstrich die Bedeutung der Europäischen Union als Wertegemeinschaft.

Eine "Welt ohne Völkermord"

Auf Einladung der Internationalen Allianz und der Regierung Luxemburgs waren Minister und hochrangige Regierungsmitglieder aus 35 Ländern nach Brüssel gekommen, um eine aus 14 Maßnahmen bestehende Erklärung anzunehmen, die das Ziel der Allianz stützt und von jedem Mitgliedsstaat mitgetragen wird. Die Organisation setzt sich dafür ein, dass die Erinnerung an den Holocaust korrekt aufrechterhalten wird, sowie für eine "Welt ohne Völkermord".

Unter den Maßnahmen finden sich das verantwortliche Vorgehen gegen die Leugnung des Holocaust, gegen Antisemitismus und alle Formen von Rassismus. Sie betreffen den Bildungsbereich, die Gedenkkultur und Forschung und die Archivierung von Zeitdokumenten.

Die Stockholmer Deklaration ist das Gründungsdokument der IHRA, in der die Beispiellosigkeit der Vernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime und ihre universelle Bedeutung festgehalten werden. Die acht Punkte der angenommenen Erklärung beschreiben die Verantwortung der Staaten, den Holocaust weiter zu erforschen und der Opfer zu gedenken.

Service: https://www.holocaustremembrance.com

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