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Streit um Ziffernnoten in Vorarlberg: Schule lenkt ein

07.02.2020

Im Streit um die Vergabe von Ziffernnoten an der Vorarlberger Volksschule Lustenau-Kirchdorf haben der Lehrkörper und die Lehrer-Eltern-Schulpartnerschaft eingelenkt. Man habe sich dazu entschieden, ein gesetzeskonformes Ziffernzeugnis auszustellen, informierte Direktor Christoph Wund. Zugleich kündigte er "Post" an Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) an.

Die Volksschule Lustenau-Kirchdorf hat in den vergangenen Tagen große mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen, weil die Lehrer des reformpädagogischen Zweigs in der Schulnachricht alle Drittklässler einheitlich mit "Gut" beurteilen wollten - aus Protest gegen den "von Türkis-Blau 2018 verankerten Notenzwang auch für Zweit- und Drittklässler", wie es Wund formulierte. Mit einem unkorrekten Vorgehen dieser Art hätten die Lehrer allerdings disziplinarrechtliche Konsequenzen befürchten müssen. Wund sprach denn auch von "massiven Sanktionsdrohungen aus der juristischen Landesverwaltung".

Mit dem gemeinsam mit Schülern und Eltern gestarteten Protest "Du bist GUT! Und so viel mehr als eine Note" habe die Schule "unsere von Differenzierung, Individualisierung, Ganzheitlichkeit und Ressourcenorientierung geprägte pädagogische Haltung" ebenso zum Ausdruck bringen wollen "wie unser Unverständnis für einen in unseren Augen sachlich nicht nachvollziehbaren bildungspolitischen Rückschritt in der Leistungsbeurteilung und Stärkung der Schulautonomie", so Wund. Allerdings sei es nicht die Absicht gewesen, als Gesetzesbrecher wahrgenommen zu werden. Und schon gar nicht habe man "den für uns so wichtigen und freudvollen Lehrerberuf" riskieren wollen, sagte der Direktor. Es sei um die Eröffnung eines Dialogs gegangen, den man nun fortsetzen werde.

"Wir werden wir dem Mindestmaß an gesetzlicher Anforderung entsprechen. Und es uns nicht nehmen lassen, unser Anliegen nochmals neu in den Mittelpunkt zu stellen - untermauert von Aktivitäten, die wir gemeinsam mit Kindern und Eltern gestalten", kündigte Wund an. Die Haltung laute, den Fokus von der Note wegzunehmen und das Hauptaugenmerk auf das Wohl des Kindes zu legen. Gleichwohl fordere man eine "verantwortliche Bildungs- und Schulentwicklung" ein, betonte Wund. Diesbezüglich nehme man Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) und die Bildungsdirektion beim Wort und verlange eine "inhaltliche Dialogeröffnung". Minister Faßmann, dessen Dialogverweigerung "wütend" gemacht habe, werde ein Schreiben der Schule erhalten. Der Inhalt laute "Wir brauchen GUTe Bildung. Und so viel mehr als Notenzwang!"

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