Medizin & Biotech

Ziel sei es, möglichst rasch ein Medikament gegen das Virus zu erhalten © APA (dpa)
Ziel sei es, möglichst rasch ein Medikament gegen das Virus zu erhalten © APA (dpa)

APA

Künstliche Intelligenz prüft Moleküle auf Wirksamkeit

26.03.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 12/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Forscher der Universität Linz haben eine Künstliche Intelligenz (KI) programmiert, die bei der Suche nach möglichen Wirkstoffen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 hilft. Das System hat sich einige Tage durch eine Datenbank mit rund einer Milliarde niedermolekularen Wirkstoffen ("small molecules") gearbeitet und 30.000 "vielversprechende Moleküle" identifiziert, teilte die Uni mit.

In der frei zugänglichen ZINC-Datenbank sind kommerziell erhältliche chemische Verbindungen gespeichert, die speziell für das virtuelle Screening vorbereitet wurden. Auftrag der KI sei es gewesen, "jene Moleküle zu finden, deren Wirkung möglichst viele Chancen hat, das Corona-Virus zu hemmen", erklärte Günter Klambauer vom Institut für Machine Learning der Universität Linz. Dabei zielte das System v.a. auf Wirkstoffe, die zwei für die Vermehrung des Virus wichtige Proteasen angreifen, sagte Klambauer gegenüber der APA. Gleichzeitig wurde aber auch die Toxizität der Moleküle berücksichtigt. Als erfolgversprechend identifizierte das System 30.000 Wirkstoffe, die auch noch von der KI nach Priorität gereiht wurden.

Ziel sei es, durch solche Vorarbeit möglichst rasch ein Medikament gegen das Virus zu erhalten. Dazu stellen die Wissenschafter ihre so gewonnenen Daten international frei zur Verfügung. Die Wissenschafter verfügen bereits über Erfahrung beim Einsatz von Künstlichen Intelligenzen in der Entwicklung von Pharmawirkstoffen.

Service: Daten finden sich auf der Homepage: https://github.com/ml-jku/sars-cov-inhibitors-chemai

STICHWÖRTER
Epidemie  | Viruserkrankung  | IT  | Oberösterreich  | Wien  | Bez. Linz  | Linz  | Gesundheit  | Krankheiten  | Infektionen  | Wissenschaft  | Technologie  | Coronavirus  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung