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Bis jetzt 5,373 Todesopfer in Großbritannien © APA
Bis jetzt 5,373 Todesopfer in Großbritannien © APA

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Coronavirus - Studie rechnet mit 66.000 Toten in Großbritannien

07.04.2020

In Großbritannien könnte es europaweit die meisten Todesopfer während der ersten Welle der Corona-Pandemie geben. Wie eine Untersuchung des IHME-Instituts der University of Washington zeigte, sind in dem Land bis Juli 66.000 Tote möglich. Das wären weit mehr als in Italien, das demnach bis dahin 20.000 Tote zu verzeichnen hätte. Europaweit rechnen die Forscher mit 151.680 Toten.

Österreich zählt laut den IHME-Forschern zu jenen Ländern, die kurz vor dem Höhepunkt ihrer Pandemie-Welle stehen oder sich schnell dem Peak annähern. Dazu gehören auch die Niederlande, Irland und Luxemburg. Tschechien und Rumänien lagen demnach "auf dem halben Weg" zu ihren prognostizierten Höhepunkten. Staaten wie Großbritannien, Deutschland, Norwegen und Griechenland stünden erst am Anfang der erwarteten Höchstzahlen.

Das Coronavirus war Ende Dezember erstmals in China aufgetreten und breitete sich zunächst in Ostasien aus. Inzwischen liegt das Epizentrum der Pandemie nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Westeuropa. Besonders viele Tote gibt es bisher in Italien, Spanien und Frankreich. Die Untersuchung deutet an, dass die Ausbrüche in Italien und Spanien, wo es in den vergangenen Wochen Hunderte Tote täglich gab, ihren Höhepunkt bereits überschritten haben könnten.

Großbritannien hinkt dem Kontinent hinterher

In Großbritannien, wo erst deutlich später Maßnahmen ergriffen wurden, gibt es mit aktuell mehr als 5.000 Toten noch deutlich weniger Todesfälle. Allerdings liegt das Vereinigte Königreich bei der Entwicklung einige Tage hinter dem Rest des Kontinents zurück, wobei die Kurve der Todeszahlen schon jetzt weitaus steiler als in anderen Ländern verläuft.

Für die Untersuchung hat das IHME Daten zu Fallzahlen sowie Daten zur Sterblichkeit nach Alter der Bevölkerung in Italien, China und den USA zusammengetragen und die erwarteten Todeszahlen auf Basis jedes einzelnen Landes berechnet. Ein wichtiger Gesichtspunkt waren dabei auch die Kapazitäten auf den Intensivstationen der Länder. In Großbritannien stößt das Gesundheitssystem bereits jetzt an seine Grenzen.

"Wir haben eine düstere Vorahnung für die kommenden Wochen für Menschen in vielen Teilen Europas", sagte IHME-Chef Christopher Murray. Es sei zudem denkbar, dass die Todeszahl in den USA die Berechnungen des Instituts noch übersteigen werde. Bisher geht das IHME von mehr als 80.000 Covid-19-Toten in den USA in der ersten Pandemie-Welle aus.

Service: IHME online: http://www.healthdata.org/covid/updates

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