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Leistung der Stationen soll erhöht werden © Smatrics
Leistung der Stationen soll erhöht werden © Smatrics

APA

Joint Venture Smatrics mobility+ baut Stromschnellladenetz stark aus

20.05.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 20/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Während des Einkaufs das E-Auto an einer Ultraschnellladestation anhängen und in fünf Minuten Strom für 100 Kilometer beziehen. Ermöglichen will das ein kürzlich präsentiertes Joint Venture des heimischen E-Mobilitäts-Dienstleisters Smatrics und der deutschen EnBW. Das Tochterunternehmen Smatrics mobility+ will das Smatrics-Netz von aktuell 100 Schnellladestationen bis Ende 2021 verdoppeln.

Smatrics mobility+, an der die Karlsruher Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 51 Prozent hält, soll nach Zustimmung der Kartellbehörden bis zum Jahresende starten. Das Tochterunternehmen soll laut den Partnern das mit insgesamt 450 Ladestandorten größte österreichweite Ladenetz betreiben und den weiteren Ausbau des bestehenden Smatrics-Ultraschnellladenetzes in Österreich forcieren. Die Leistung der Stationen in Österreich soll stark erhöht werden. "Wir werden uns auf 150 kW fokussieren und das urbane Schnellladen vorantreiben", erklärte Hauke Hinrichs, der Chef des operativen Geschäfts bei Smatrics.

Bei der neuesten Generation von Elektroautos kann eine große Anzahl standardmäßig bereits mit 150 kW aufgeladen werden, andere mit 50 kW. Smatrics mobilty+ wird unter ihren rund 200 geplanten Schnellladepunkten bis Ende 2021 auch solche mit 350 kW anbieten.

Grüner Strom

Laut Smatrics-Chef Michael-Viktor Fischer bietet das Joint Venture zu 100 Prozent "grünen Strom". Die Corona-Pandemie habe bei E-Autos zu weniger starken Einbrüchen geführt als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, sagte Fischer und ist für die Zukunft optimistisch. "Künftige Fördermaßnahmen werden höchstwahrscheinlich sehr auf nachhaltige, in der Regel elektrifizierte Fahrzeuge, ausgelegt sein. Ab nächstem Jahr gelten ganz strenge CO2-Kriterien für die Automobilbranche, die Hersteller haben sich in den letzten fünf Jahren darauf vorbereitet, Milliarden für elektrifizierte Fahrzeuge ausgegeben, die drängen jetzt in den Markt. Ich bin eigentlich extrem zuversichtlich für die E-Mobilität."

Es gebe heute E-Autos mit 400 km echter Reichweite. "Die Ladegeschwindigkeiten werden immer schneller und die Unterhaltskosten sind signifikant günstiger, sportlicher zu fahren ist es auch. Die Reichweiten werden immer größer und ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten fünf Jahren ähnliche Reichweiten haben wie ein Diesel oder Benziner, also echte 600 bis 800 km. Die Batterien werden immer kleiner und leichter. Die Ladezeiten werden kürzer, 350 kW ist nicht das Ende der Fahnenstange", betonte Fischer.

Ausbau entlang der Verbindungsachsen

Der Ausbau des Ladenetzes werde entlang der Verbindungsachsen wie Autobahnen, an Einfallsstraßen zu größeren Städten, an Tankstellen, aber auch an verkehrsgünstigen Standorten für Einkauf und Essen, wo die Verweildauer rund 30 Minuten beträgt, erfolgen, kündigte Amadeus Regerbis, der Geschäftsführer des Joint Venture, an und sprach von einem "absoluten Meilenstein", den man erreicht habe. "Wir werden das österreichische Netz ab dem ersten Tag entsprechend ausbauen."

Während in Deutschland flächendeckend und für deutsche Kunden auch im Ausland nach Kilowattstunden abgerechnet wird, erfolgt die Zahlung in Österreich laut geltendem Recht auf zeitlicher Basis. "Die Richtlinien für eine energiebasierte Endkundenverrechnung stehen noch nicht, das erwarten wir Anfang nächsten Jahres", sagte Hinrichs der APA in der Online-Pressekonferenz.

An Smatrics, dessen Geschäftsschwerpunkt auf Infrastruktur, Service und IT liegt, sind OMV und Verbund zu je 40 sowie Siemens zu 20 Prozent beteiligt.

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