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Sprache wirkt!

25.05.2020

Sprache ist heute aufgrund von moderner Medien und globaler Mobilität transnational. Trotzdem benötigen Kinder in Österreich für ihre Schulkarriere gute Kenntnisse in der Bildungssprache Deutsch. Wie diese gezielt gefördert werden kann und was es dazu vor allem in Coronazeiten braucht, dazu haben sich Wissenschafter*innen der Universität Wien Gedanken gemacht.

Darüber hinaus haben sie die Darstellung von Geschlecht und Macht in Comics sowie die Transformation von Muttersprache hin zur Erstsprache analysiert. "Wie wirkt Sprache?" Die Universität Wien stellt jedes Semester eine Frage zu einem Thema, das die Gesellschaft aktuell bewegt.

Schule: Sprache und Teilhabe in Coronazeiten

Sprache wirkt, indem sie Zugänge schafft. Insbesondere Kindern und Jugendlichen, die Deutschförderklassen besuchen, hat in der Coronakrise der Zugang zur deutschen Sprache in der Form, wie sie ihn für erfolgreiches Deutschlernen brauchen würden, oft gefehlt. Die wichtigen Sprachvorbilder konnten nur auf Distanz und über den Bildschirm für sie da sein. Der Germanist Hannes Schweiger weist darauf hin, dass sich dadurch die Bildungsbenachteiligung verstärkt und dass es - damit Schüler*innen in unserem sehr selektiven Bildungssystem nicht auf der Strecke bleibe - nun wichtig ist, Erleichterungen zu schaffen und zusätzliche Unterstützung anzubieten.

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Bildungssprache Deutsch mit allen sprachlichen Ressourcen fördern

Schüler*innen scheitern oft an den sprachlichen Herausforderungen des Unterrichts, obwohl sie eigentlich die Inhalt verstehen. Denis Weger hat in seiner Dissertation ein Seminar für Lehramtsstudierende aller Fächer entwickelt, in dem Schüler*innen alle ihre sprachlichen Ressourcen verwenden können und gleichzeitig auch in der Bildungssprache Deutsch gefördert werden. Methodisch arbeiten die Studierenden, die sich auf ihren späteren Lehrberuf in der Schule vorbereiten, dabei vor allem mit Videoanalysen von Unterrichtssequenzen.

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Geschlecht & Macht in Comics

Comics sind heute ein wichtiges emanzipatorisches Tool für minorisierte Gruppen. Sie bringen damit ihre eigenen Geschichten und Identitäten zur Sprache. Als Beispiele dafür zählt die Sprachwissenschafterin Susanne Hochreiter Ulli Lusts "Heute ist der letzte Tag des Rests deines Lebens", Aisha Franz' "Shit is real" oder Regina Hofers "Blad" auf. Interessant ist, wie widersprüchlich in Comics ganz generell Geschlecht, Machtverhältnisse, Benachteiligung und Unterdrückungsprozesse dargestellt werden.

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Erstsprache anstelle von "Muttersprache"

Julia Rabynovich, Barbi Markovic oder Marko Dinic schreiben nicht nur in ihrer Erstsprache, sondern auch auf Deutsch. Mit ihren Texten versuchen sie nationales Denken zu überwinden und ein Bewusstsein jenseits der Einsprachigkeit zu schaffen. Diese Bestrebungen spiegeln sich auch im heutigen Literaturbetrieb wider - aufgrund neuer Medien und globaler Mobilität ist er transnational geworden - nicht, wie die Schriftstellerei im ausgehenden 18. Jahrhundert, die sich im Entstehen der Nationalstaaten nur im Korsett der "Muttersprache" bewegte. Diese Transformation untersucht die Slawistin Miranda Jakiša.

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Dossier zur Semesterfrage

Rückfragehinweis
Mag. Alexandra Frey
Pressebüro und stv. Pressesprecherin
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
M +43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at
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