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Gavi - Breites Bündnis für Impfkampagnen in aller Welt

04.06.2020

Die Bedeutung von Impfungen zur Verbesserung der globalen Gesundheit war schon vor Corona Thema. Das globale Impfbündnis Gavi setzt sich seit 200 für weltweite Impfungen gegen potenziell gefährlich Krankheiten wie Masern und Kinderlähmung ein. Damit sie dies weiterhin tun und einen Beitrag für eine Corona-Impfung leisten kann, wird am Donnerstag in London die virtuelle Geberkonferenz veranstaltet.

Die Global Alliance for Vaccines and Immunisation (Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung) mit Sitz in Genf wurde angesichts stagnierender Impfraten im Jahr 2000 als öffentlich-private Partnerschaft gegründet. In dem Bündnis arbeiten Regierungen von Industrie- und Entwicklungsländern, Impfstoffhersteller, Forschungseinrichtungen, Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen. Zugleich zählt Gavi zu den wichtigsten Geldgebern der WHO.

Auch die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates und seiner Frau Melinda ist an Gavi beteiligt. Die Stiftung, die im Zuge der Corona-Krise unter Beschuss von Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern geraten ist, war maßgeblich an der Gründung des Bündnisses beteiligt.

Alle Kinder weltweit sollen Zugang zu Impfungen bekommen

Das langfristige Ziel von Gavi lautet, allen Kindern weltweit Zugang zu Impfungen zu verschaffen. Daher finanziert sie Impfprogramme in Entwicklungsländern und stärkt die dortigen Gesundheitssysteme. Etwa ein Dutzend Impfungen gegen vermeidbare lebensgefährliche Krankheiten werden derzeit von Gavi gefördert, darunter die gegen Tetanus, Keuchhusten, Masern, Rotaviren, Pneumokokken und Polio (Kinderlähmung).

Alle von Gavi geförderten Länder müssen sich an den Impfkosten beteiligen und ihre finanzielle Beteiligung mit wachsender Wirtschaftsleistung erhöhen. Um Gavi Planungssicherheit und damit die Möglichkeit zum Erwerb von Impfstoffen zu kostengünstigen niedrigen Preisen zu geben, machen die Geberländer langfristige Finanzzusagen. Gavi nutzt seine entscheidende Rolle auf dem Impfstoffmarkt wiederum, um dauerhaft niedrige Preise auszuhandeln.

Das deutsche Entwicklungsministerium unterstützt die Arbeit von Gavi seit 2006. Als Gastgeber der Wiederauffüllungskonferenz für die Impfallianz im Jänner 2015 stockte Deutschland seinen Beitrag für Gavi erheblich auf: Im Zeitraum 2016 bis 2020 stellt es dem Ministerium zufolge insgesamt 600 Millionen Euro bereit. Für den Zeitraum 2021 bis 2025 werden nun in London Gelder eingeworben.

Gavi hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 760 Millionen Kinder weltweit unterstützt. Durch seine Impfkampagnen seien mehr als 13 Millionen Todesfälle verhindert worden.

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