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Weitere Produktionsstandorte in Kärnten geplant © APA (dpa)
Weitere Produktionsstandorte in Kärnten geplant © APA (dpa)

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Kärnten will Modellregion für "grünen" Wasserstoff werden

28.07.2020

Ein Projekt zur doppelten Nutzung von "grünem" Wasserstoff ist kürzlich in Klagenfurt vorgestellt worden. Das Modell "H2Carinthia" sei europaweit führend, erklärten der Kärntner Landesrat für Wirtschaft und Mobilität, Sebastian Schuschnig (ÖVP), und Magnus Brunner, Staatssekretär im Umweltministerium (ÖVP). Rund 20 Millionen Euro sollen dafür in den nächsten vier Jahren investiert werden.

Projektpartner sind die Infineon Austria AG mit Sitz in Villach, die OMV AG, die Verbund AG, die Postbus AG und die Wasserstoff-Forschungsgesellschaft HyCentA Research GmbH, die die Projektleitung übernimmt. Vertreter der Unternehmen unterzeichneten im Spiegelsaal des Amtes der Kärntner Landesregierung symbolisch einen Letter of Intent. Projektstart ist für 2021 geplant.

Infineon benötigt für die Chip-Produktion Wasserstoff als Prozessgas, das derzeit mit Lkw aus Deutschland oder den Niederlanden bezogen wird. Künftig soll der Wasserstoff mittels Elektrolyse am Standort Villach mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt werden. Nach seinem Einsatz in der Chipproduktion wird dieser "grüne" Wasserstoff "aufgereinigt" und in einer Tankstelle als Treibstoff für öffentliche Busse zur Verfügung stehen. In einer weiteren Ausbauphase sollen auch Pkw und private Lkw diese Tankstellen nutzen können. Mit diesem Modell werde Kärnten zur Modellregion für die Nutzung von "grünem" Wasserstoff, sagte Schuschnig.

Infineon: Klimaneutral bis 2030

Infineon-Vorstand Thomas Reisinger erklärte, sein Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Das Wasserstoffprojekt trage dazu bei, diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen. Die Verbund AG plane zur Erzeugung von Wasserstoff, der auch zum Speichern elektrischer Energie aus Photovoltaik- und Windanlagen genutzt werden soll, weitere Standorte in Kärnten, erklärte Vorstandsmitglied Achim Kaspar. Derzeit seien neun in der engeren Wahl. Die Postbus AG sieht in dem Modell eine Möglichkeit, ihre Dieselflotte umzurüsten und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Man habe die Wasserstoff-Busse getestet und sei mit dem Ergebnis sehr zufrieden, erklärte Vorstandsmitglied Silvia Kaupa-Götz.

In der nächsten Projektphase sollen nun die Kosten im Detail ermittelt werden. Die Grobschätzung betrage, so Schuschnigg, 20 Millionen Euro. Wenn die notwendigen Investitionen feststehen, soll über die Kostenverteilung zwischen den Projektpartnern entschieden werden. Staatssekretär Brunner erklärte, dass man nur mit mehreren Technologien und ambitionierten Lösungen die Klimawende erreichen werde und dass die Politik hier Mut beweisen müsse. Zahlen wollte er dazu noch keine nennen. Es werde aber mehrere Fördermöglichkeiten geben.

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