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25.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr leiden an Spätkomplikationen © APA (dpa)
25.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr leiden an Spätkomplikationen © APA (dpa)

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Innsbrucker Uniklinik etabliert neue Schlaganfall-Nachsorge

30.07.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 28/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie hat ein neue, standardisierte Vorgangsweise zur Nachsorgebehandlung von Schlaganfallpatienten entwickelt. Das "Stroke-Card"-Konzept soll für eine "höhere Lebensqualität, weniger Folgeerkrankungen und einen besseren Outcome" sorgen, teilte die Medizinische Universität Innsbruck mit.

Basierend auf einer Studie, in der 2.149 Patienten untersucht wurden, wird dieses Modell nun an der Innsbrucker Klinik eingeführt. "In der wissenschaftlichen Arbeit präsentieren wir die Resultate einer der bisher weltweit größten, kontrollierten randomisierten Studie zur Schlaganfall-Nachsorge", sagte Stefan Kiechl, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien durchgeführt.

Risiko um ein Drittel reduziert

Dabei hatte sich gezeigt, dass bei Schlaganfallpatienten, die nach dem "Stroke-Card"-Konzept behandelt wurden, das Risiko einer kardiovaskulären Folgeerkrankung um etwa ein Drittel von 8,3 Prozent auf 5,4 Prozent reduziert werden konnte. 1.438 Patienten wurden zwischen Jänner 2014 und Dezember 2017 nach der neuen Methode behandelt, 711 erhielten die Standardbehandlung.

Die neue Behandlungsmethode sieht vor, dass Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus für weitere drei Monate durch ein "multidisziplinäres Stroke-Team" begleitet werden. Das Team - bestehend aus Pflegern, Therapeuten und Ärzten - bleibt neben der hausärztlichen Versorgung ein weiterer Ansprechpartner. Zudem können Patienten mittels personalisierter App ihre Risikofaktoren überwachen, ein Fragebogen dokumentiert Daten zur Lebensqualität und Folgeerkrankungen. Nach drei Monaten müssen die Patienten aber erneut ins Spital und werden einer "umfassenden, ambulanten Nachsorgeuntersuchung durch das Stroke-Team" unterzogen.

Überwachung von Spätkomplikationen

Überwacht werden dadurch auch Spätkomplikationen nach dem Schlaganfall. Rund 20 bis 50 Prozent der insgesamt 25.000 Schlaganfallpatienten pro Jahr leiden im Anschluss an Angststörungen, Depressionen, leichter Ermüdbarkeit, Schmerzen, anhaltenden Ausfällen oder Spastik. Diese Komplikationen können nun systematisch erfasst und entsprechend behandelt werden.

"Dieses Konzept ist verhältnismäßig einfach umzusetzen und durch die Betreuung durch ein Team, das die Patientinnen und Patienten bereits kennt, sehr effektiv und für die Patienten motivierend", erklärte Kiechl. Die "Stroke-Card" schließe eine Lücke in der Therapie. "Bisher gab es keine einfachen, gut umsetzbaren Konzepte, um Patientinnen und Patienten nach einem Schlaganfall standardisiert zu versorgen", sagte Neurologe Johann Willeit.

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