Medizin & Biotech

APA

Doping: Forschern gelang Durchbruch bei alternativem Steroid-Nachweis

06.08.2020

Neuseeländische Wissenschafter der Otago-Universität in Dunedin feiern es als Durchbruch im Kampf gegen Doping mit Designer-Steroiden. Man habe einen anderen Zugang gesucht, bei dem man die Struktur der Substanz nicht vorab kennen müsse, sagte Projektleiterin Alison Heather. "Alle Steroide aktivieren einen Prozess in den Zellen, darauf haben wir den Test aufgebaut", erklärte die Forscherin.

Heather sagte, man habe schon 2004 an einen derartigen Test gedacht, als das Balco-Labor in den USA Dopingsubstanzen wie etwa THG herstellte. Damals musste letztlich Sprinterin Marion Jones vor Gericht zugeben, dieses Steroid wie viele andere Spitzenathleten auch verwendet zu haben. Die Droge war jahrelang eingesetzt worden, bevor Anti-Doping-Experten überhaupt davon wussten. "Es gab keinen Fingerabdruck, daher blieb es bei Tests unentdeckt", erklärte Heather.

Derartige Drogen würden weiterhin entwickelt, über das Internet vertrieben und der biologische Pass der Sportler würde keinen Hinweis auf deren Verwendung liefern. Der neue Test suche jedoch nicht nach einem Marker, sondern nach Veränderungen in den Zellen, die durch Steroide verursacht werden. "Unser Test entdeckt Drogen, die anabole Prozesse in den Zellen auslösen", betonte Heather. Die Physiologie-Professorin hofft, dass der Test von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) anerkannt wird und schon bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking eingesetzt werden kann.

Ein ähnlicher Test, der bei Pferderennen zum Einsatz kommen soll, wird schon im heurigen Oktober zur Verfügung stehen.

STICHWÖRTER
Dopingtest  | Neuseeland  | Dunedin  | Sport  | Arzneimittelgebrauch  |
Weitere Meldungen aus Medizin & Biotech
APA
Partnermeldung