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Gabriele Rothemann, aus dem Zyklus: Miniaturen über das Verschwinden, 2020 © Gabriele Rothemann
Gabriele Rothemann, aus dem Zyklus: Miniaturen über das Verschwinden, 2020 © Gabriele Rothemann

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Klimawandel im Kunst Haus Wien: Das Unbegreifliche begreiflich machen

15.09.2020

Mit Kunst das Unbegreifliche begreiflich machen. Diesen Impetus verfolgt das Kunst Haus Wien mit seiner neuen Ausstellung unter dem programmatischen Titel "Nach uns die Sintflut", in deren Rahmen künstlerische Positionen zum Thema des Klimawandels und dessen Folgen versammelt sind. 21 Künstlerinnen und Künstler sind dabei vertreten.

So verdeutlichen etwa die Aufnahmen von Axel Braun, wie schnell die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, über die Jahre schwindet. Ganze zehn Meter misst hingegen die Wandinstallation von Michael Goldgruber, die ebenfalls das Schmelzen der Gletscher zum Inhalt hat. In dieselbe thematische Gruppe gehört auch die Videoarbeit "Ice Cry Baby" von Anouk Kruithof, die abbrechende Gletscher und Eispanzer aus aller Welt aneinanderreiht.

Verena Dengler hingegen zeigt neben Fotos auch Aquarelle, die bei einem Aufenthalt in Spitzbergen entstanden sind und die dort freigelegten Felslandschaften als sichtbares Zeichen der Veränderung dokumentieren. Sarker Protick widmet sich wiederum dem Ganges und den Veränderungen seines Deltas in Bangladesch, die massive Auswirkungen auf die dortige Bevölkerung haben.

Das einigende Band des Kompendiums ist der konkrete Zugang der meisten, teils mit der Wissenschaft gemeinsam entwickelten Arbeiten. Die sei essenziell, unterstrich Kunsthaus-Direktorin Bettina Leidl bei der Präsentation der von Sophie Haslinger und Verena Kaspar-Eisert kuratierten Ausstellung am Dienstag. Das Schmelzen der Gletscher, der Anstieg des Meeresspiegels oder andernorts die Ausbreitung der Wüste - die Folgen des Klimakrise sind massiv und in dieser Massivität für den Menschen oftmals nicht begreifbar. "Das ist auch eine Krise unserer Vorstellungskraft", so Leidl. Die Kunst schaffe hier mit ihren verschiedenen Zugängen Bilder, die zum Handeln animierten.

Der Titel "Nach uns die Sintflut" sei dabei nicht nur auf die Bibel, sondern auch Karl Marx' "Das Kapital" zurückzuführen: "Das Zitat beschreibt sehr gut, wie eng die kapitalistische Wirtschaft mit der Ökologiekrise zusammenhängt. Das grenzenlose Wachstum bringt uns um unsere Lebensgrundlage." Flankiert wird die eigentliche Ausstellung unter anderem durch eine Diskussionsreihe in Kooperation mit Fridays for Future respektive Vorlesungen zu Karl Marx.

Service: "Nach uns die Sintflut" im Kunsthaus Wien, Untere Weißgerberstraße 13, 1030 Wien von 16. September 2020 bis 14. Februar 2021. www.kunsthauswien.com/de/ausstellungen

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