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Der Großteil der Schüler hat ohnehin bis 2. November Herbstferien © APA
Der Großteil der Schüler hat ohnehin bis 2. November Herbstferien © APA

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Schulen sollen auch bei "Rot" offen bleiben

23.10.2020

Die Coronavirus-Pandemie hat am 23. Oktober die Videokonferenz der Bildungsreferenten der Bundesländer inhaltlich dominiert. Es sei eine Einigung darüber erzielt worden, dass Schulen so lange wie möglich offen bleiben sollen, auch bei roter Corona-Ampel, fasste Martin Netzer, Generalsekretär im Bildungsministerium, bei einem Pressegespräch in Salzburg ein Ergebnis der Konferenz zusammen.

Die einheitlichen Leitlinien beim Umgang mit Corona-Fällen an Schulen, die gestern von Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vorgelegt wurden und die auch ein schnelleres Testen beinhalten, wurden ebenfalls positiv von den Ländern aufgenommen. "Es konnte ein breiter Schulterschluss erzielt werden", sagte Netzer. Der Bildungsminister selbst nahm aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Bildungsreferentenkonferenz teil.

Bund trägt Testkosten

Der Bund werde über die Bundesbeschaffungsgesellschaft in einer ersten Tranche bis Ende November 150.000 Stück Antigentests ankaufen, erläuterte der Generalsekretär. "Die Nettokosten pro Test betragen zwischen fünf und acht Euro". Das Ergebnis liege in 15 Minuten vor. Die Testung von Schülern, die Symptome wie Husten oder Fieber haben, erfolge auf freiwilliger Basis, die Kosten trage der Bund. Bis zum 14. Lebensjahr müsse eine Einverständniserklärung der Eltern vorliegen, ab dem 14. Lebensjahr könne der Schüler die Erklärung selbst unterzeichnen.

Von den schnelleren Ergebnissen dieser Antigentests erwarten sich auch die Länder weniger Quarantänemaßnahmen. Die Schnelltests könnten auch eine Entlastung zumindest zum Teil bei den Personalfragen an Schulen bringen, meinte Netzer. Pilotprojekte beginnen nach den Herbstferien in den Bezirken Mödling und in Teilen Tirols. Im Bundesland Salzburg sollen mitte November die mobilen Teams an den Schulen starten, erklärte Salzburgs Bildungslandesrätin Maria Hutter (ÖVP). "Wir sind derzeit dabei, die Rahmenbedingungen zu schaffen."

Schichtbetrieb in Salzburg möglich

Vor allem im Pflichtschulbereich sollen aus Sicht der Länder die Schulen auch bei "Rot" geöffnet bleiben. Im Fall eines verordneten Distance Learning bei höheren Schulstufen sollte dennoch eine Betreuung von Maturaklassen in Schulen möglich sein. In Salzburg wird jetzt angedacht, nach Allerheiligen Oberstufenklassen im Schichtbetrieb zu unterrichten. "Anfang nächster Woche werden die Gesundheitsbehörden eine Entscheidung treffen", kündigte Hutter an.

Dass bei einer positiven Testung derzeit die Schulen nicht informiert werden dürfen, bezeichnete die Salzburger Landesrätin als "eine Herausforderung". In Salzburg haben Gewerkschaft und Elternvertreter diese Vorgehensweise vehement kritisiert. Einig waren sich die Länder heute auch darüber, dass die Sommerschule im nächsten Jahr wieder stattfinden soll, mit einer entsprechenden Finanzierung.

Auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen sei es wichtig, bei "roter" und "oranger" Corona-Ampel offenzubleiben, "mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen", betonte Salzburgs Familienlandesrätin Andrea Klambauer (NEOS). Im Bereich der Elementarpädagogik einigten sich die Bildungsreferenten darauf, weiter auf Qualifizierungsmaßnahmen zu setzen und eine berufsbegleitende Ausbildung noch stärker auszubauen.

Schulampel in OÖ und NÖ bleibt auf gelb

Auch wenn sieben Bezirke mittlerweile auf der Corona-Ampel rot und acht orange eingefärbt sind - die Schulampel bleibt in Oberösterreich flächendeckend gelb. Das teilten LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) und Bildungsdirektor Alfred Klamper mit. Aktuell seien 304 Schüler, 77 Lehrer und zehn schulbezogene Personen infiziert - macht in Summe 391 Fälle an 165 Schulstandorten. An jenen 45 Schulen, die nächste Woche keine Herbstferien haben, sind 22 Schüler positiv.

Angesichts dieser Zahlen erachtet man die Lage im Bundesland als stabil, "Schulen, Kindergärten und Horte werden zum aktuellen Zeitpunkt weiterhin noch nicht als überwiegende Infektionsherde gesehen", so Haberlander. Man wolle so lange wie möglich den Kindern und Jugendlichen Unterricht in der Schule ermöglichen und die Eltern entlasten. Es gelten weiterhin Maskenpflicht außerhalb der Klassen und Gruppenräume sowie dieselben Hygiene- und Präventionsmaßnahmen wie bisher.

Der Großteil der oberösterreichischen Schüler hat ohnehin von 26. Oktober bis 2. November Herbstferien, ausgenommen sind 45 Standorte (Berufsschulen, Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen, sowie acht HLWs bzw. HBLAs) mit insgesamt knapp 30.000 Schülerinnen und Schülern. Knapp 11.800 von ihnen besuchen die Schule in einem der derzeit roten Bezirke.

Auch in roten NÖ-Bezirken gelb

In den von der Corona-Ampel rot eingefärbten niederösterreichischen Bezirken soll für die Schulen ebenfalls weiterhin die gelbe Ampelfarbe gelten. Grund sei, "dass der Anteil der positiv getesteten Schülerinnen und Schüler verhältnismäßig gering ist", teilten Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) und Bildungsdirektor Johann Heuras mit. In den vergangenen 14 Tagen seien etwa 0,13 Prozent der Schüler im Bundesland positiv auf das Coronavirus getestet worden.

In den Bezirken mit roter Corona-Ampel gebe es auch keine Ausreißer: In St. Pölten wurden 0,14 Prozent, in Mödling 0,12 Prozent, in Amstetten 0,05 Prozent, in Tulln 0,09 Prozent und in Bruck an der Leitha 0,11 Prozent der Schüler positiv getestet. "Sollte es aus epidemiologischer Sicht dennoch notwendig sein, in der einen oder andern Schule nachzuschärfen, so wird dies individuell gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde abgestimmt", hieß es.

Aktuell galten in niederösterreichischen Schulen seit 20. Oktover 106 Schüler und 26 Lehrkräfte als infiziert. Die Landesrätin und der Bildungsdirektor appellierten, die Hygienebestimmungen einzuhalten.

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