Natur & Technik

Spiellaute lösen ähnlichen Effekt aus wie das Lachen beim Menschen © Adrian Pingstone/CC BY-SA 3.0
Spiellaute lösen ähnlichen Effekt aus wie das Lachen beim Menschen © Adrian Pingstone/CC BY-SA 3.0

APA

Auch Keas lassen sich von positiven Emotionen anstecken

20.03.2017

Lachen ist ansteckend, nicht nur beim Menschen. Auch Schimpansen und Ratten können positive Emotionen auf ihre Artgenossen übertragen. Wiener Forscher haben dieses Verhalten nun erstmals bei Keas nachgewiesen: wenn die in Neuseeland lebenden Bergpapageien spielen, stoßen sie Laute aus, die Artgenossen zum Spielen animieren, berichten die Wissenschafter im Fachjournal "Current Biology".

Die Übertragung positiver Emotionen auf Artgenossen konnte bisher nur bei wenigen Säugetieren nachgewiesen werden. Beim Menschen ist das Verhalten bekannt, ein lächelndes Baby verleitet zum Lächeln, die Fröhlichkeit einer Kinderschar steckt ebenso an wie ein Lachanfall. Auch Schimpansen stoßen lachähnliche Laute aus und animieren damit andere zum Mitlachen. Bei Ratten hängt die Emotionsübertragung ausschließlich von Lautäußerungen ab: Taube Ratten reagieren im Gegensatz zu hörenden nicht auf spielende Artgenossen.

Wissenschafter der Abteilung für Vergleichende Kognitionsforschung am Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben nun erstmals an Keas (Nestor notabilis) gezeigt, dass auch Vögel vom Spielverhalten angesteckt werden. Bekannt sind die Bergpapageien durch ihre erstaunlichen kognitiven Fähigkeiten, etwa beim Werkzeuggebrauch, oder ihre technische Intelligenz.

Komplexes Spielverhalten

Sie verfügen aber auch über ein komplexes Spielverhalten. "Keas spielen auf jede Art und Weise, sie werfen mit Sachen herum, legen sich auf den Rücken und spielen mit einem Stöckchen, ringen am Boden oder in der Luft miteinander, drehen im Formationsflug Pirouetten, usw.", sagte Studienautor Raoul Schwing gegenüber der APA. Dabei stoßen sie spezielle Laute aus, längere Rufe mit großen Frequenzunterschieden. Diese haben die Wissenschafter wild lebenden Keas vorgespielt.

"Die wild lebenden Vögel begannen daraufhin spontan zu spielen", so Schwing. Offensichtlich bedeutet dieser spezielle Spielruf aber keine Einladung zum Spiel. Vielmehr beschäftigten sich die Artgenossen nach den Rufen alleine spielerisch mit einem Objekt bzw. mit bestimmten Flugmanövern oder animierten andere Artgenossen zum Spielen.

Zur Kontrolle dienten andere Rufe der Bergpapageien, das Trällern einer anderen Vogelart und künstliche Töne. Nur die speziellen Spiellaute bewirkten die entsprechende emotionale Reaktion. Für Schwing zeigt das jedenfalls, dass das Trällern einen ähnlich ansteckenden Effekt auslöst wie das Lachen beim Menschen.

Service: http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2017.02.020

STICHWÖRTER
Biologie  | Tiere  | Wien  | Wissenschaft  | Naturwissenschaften  | Human Interest  |
Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung