Natur & Technik

Säugetiere wie Marderhund mit größtem Potenzial, sich in Ferne anzusiedeln © APA (dpa)
Säugetiere wie Marderhund mit größtem Potenzial, sich in Ferne anzusiedeln © APA (dpa)

APA

Immer mehr Tiere und Pflanzen werden global verschleppt

05.02.2018

Seit die Menschen reisen und Waren quer durch die Lande schicken, verschleppen sie dabei Tiere und Pflanzen, die daraufhin in anderen Gebieten Wurzeln schlagen können. Obwohl dies ein altes Phänomen ist, sind viele dieser einst gebietsfremden Arten erst in jüngster Zeit zu solchen Zuzüglern (Neobiota) geworden, berichten Wiener Forscher mit Kollegen. Die Studie erschien im Fachmagazin "PNAS".

Ein Team um Franz Essl vom Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien und Hanno Seebens vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt am Main hat eine globale Datenbank mit Sichtungen von 16.019 Neobiota analysiert, die 500 Jahre zurückreicht. Ein Rückgang der Neuzugänge sei demzufolge nicht in Sicht, erklären die Forscher in einer Aussendung der Uni Wien. In jüngster Zeit machen jene Arten, die weltweit erstmals als ungewollter Einwanderer registriert wurden, ein Viertel aller Einträge aus. Die restlichen drei Viertel sind bekannte Neobiota, die zusätzliche Gebiete erschlossen haben.

Nicht alle Arten überleben anderswo

Freilich kämen nicht alle weltweit vorkommenden Arten als Neobiota in Frage. Manche Arten sind zu sehr auf die Verhältnisse in einem Gebiet spezialisiert, um anderswo Fuß fassen zu können, andere leben so abgelegen, dass die Chance gering ist, sie zu verschleppen, sagte Essl im Gespräch mit der APA. Die Forscher schätzen, dass je nach der biologischen Zugehörigkeit, zwischen einem und sechzehn Prozent aller existierenden Tier- und Pflanzenarten potenziell in der Lage sind, sich mit Hilfe des Menschen außerhalb ihrer Heimat anzusiedeln. Weichtiere wie Schnecken und Muscheln liegen dabei im unteren Bereich, Säugetiere hätten das größte Potenzial, in der Ferne erfolgreich zu sein.

Service: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1719429115

STICHWÖRTER
Biologie  | Eingeschleppte Arten  | Ökosystem  | Wien  | Wissenschaft  | Naturwissenschaften  | Umwelt  | Natur  |
Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung