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Idol für Generationen - Kosmonaut Gagarin kam vor 50 Jahren ums Leben

21.03.2018

An Juri Gagarin gibt es für die Astronauten im Ausbildungszentrum bei Moskau kein Vorbeikommen, auch nicht 50 Jahre nach dem Tod des ersten Menschen im All. Eine Statue vor den Wohnblocks erinnert an den "Kolumbus des Kosmos", am Eingang zum Trainingszentrum wacht ein Bronze-Gagarin und über der Zentrifuge zur Simulation eines Vielfachen der Erdbeschleunigung ein riesiges Bild des Sowjet-Helden.

Heute wäre Gagarin 84 Jahre alt. Einige seiner Kosmonauten-Kollegen aus den ersten Tagen der bemannten Raumfahrt leben noch und werden in Russland als Helden gefeiert. Doch niemand wird so verehrt wie Juri Alexejewitsch Gagarin. 1968 kam der damals 34-jährige Offizier beim Testflug mit einem MiG-15-Kampfjet gemeinsam mit seinem Kollegen Wladimir Serjogin ums Leben. Pilotenfehler oder technische Panne - um die Umstände ranken sich noch immer Gerüchte und Theorien. Sein Tod jährt sich am Dienstag (27. März) zum 50. Mal.

Gagarin habe das Idealbild eines gewöhnlichen Sowjetbürgers aus einer Arbeiterfamilie verkörpert, sagte der Experte Wjatscheslaw Klimentow über den Kult. "Er war ungewöhnlich, mitreißend und zugleich einer von uns. Und er hatte dieses geniale Lächeln", betonte der Vizeleiter des Raumfahrtmuseums in Moskau.

Flug ins All am 12. April 1961

Sein Flug ins All vom 12. April 1961 machte Gagarin zur Legende. Mit der Kapsel "Wostok-1" umrundete er in 108 Minuten als erster Mensch die Erde. Er war es, der den Ausdruck vom "Blauen Planeten" prägte.

Damals triumphierte die Sowjetunion im Rennen mit den USA um die Eroberung des Kosmos. Die Propaganda zeichnete das Bild eines makellosen Offiziers, das bis heute in Russland gepflegt wird. Nichts verdeutlichte den Erfolg des Kommunismus im Kalten Krieg strahlender als das charismatische Lächeln des jungen Obersts.

Über die geografischen und ideologischen Grenzen der Sowjetunion hinaus wurde Gagarin als "erster Pop-Star des Ostblocks" gefeiert. Auch die britische Königin Elizabeth II. empfing ihn 1961.

Rund um den Globus wird Gagarin mit Denkmälern geehrt. Sein Grab an der Kreml-Mauer in Moskau ist eine von zahlreichen Pilgerstätten. Tätowierungen, T-Shirts oder Tassen - der Raumfahrtheld ist auch ein erfolgreiches Marketingobjekt geworden. Einer Umfrage zufolge halten die Russen Gagarin für das größte Idol des 20. Jahrhunderts.

Bodenständiger Familienvater

Dabei war der zweifache Familienvater nach der Überlieferung seiner Frau Valentina bodenständig. "Es ist unangenehm, dass ich in den Berichten der Journalisten wie ein übermenschliches Wesen wirke. Ich habe, so wie andere Menschen, meine Fehler", zitierte sie ihn in ihrem Buch "108 Minuten und das ganze Leben".

Geboren am 9. März 1934 wuchs Gagarin als Sohn einer Bäuerin und eines Tischlers im Dorf Kluschino rund 180 Kilometer westlich von Moskau auf. Er begann eine Ausbildung zum Gießer, musste 1955 zur Armee und ließ sich zum Kampfpiloten ausbilden.

Hart trainierte Gagarin für seinen streng geheimen Flug, bewahrte dabei aber Humor. "Ich weiß nicht, wer ich bin: der erste Mensch oder der letzte Hund im Weltall", sagte er über die Ausbildung. Vor ihm hatte Moskau mehrere Hunde ins All geschickt - viele kamen dabei um.

Smart, stark, integer: Die heutige Raumfahrer-Generation knüpfe an das überlieferte Bild von Gagarin an, sagen Branchenkenner. "In jedem Raumfahrer steckt etwas, das an Gagarin erinnert", meinte Klimentow. Jeder setze sich klare Ziele, sei gut ausgebildet und sportlich. "Vielleicht ist die Technik heute eine andere, aber sie riskieren nicht weniger als die ersten Kosmonauten."

(Von Thomas Körbel/dpa)

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