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In Wien kommen neun Testteilnehmer auf einen Medizin-Studienplatz © APA (Neubauer)
In Wien kommen neun Testteilnehmer auf einen Medizin-Studienplatz © APA (Neubauer)

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Uni-Zugang: Knapp 13.000 Teilnehmer bei Medizin-Aufnahmetest

11.07.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 26/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Etwas mehr Studienwerber als im Vorjahr nahmen am bereits zum 13. Mal stattfindenden Aufnahmetest für das Medizinstudium teil. 12.960 Teilnehmer - das sind rund 400 mehr als 2018 - stellten sich dem neunstündigen Verfahren an den Medizin-Unis Wien, Graz, Innsbruck und der Universität Linz. Für sie gibt es insgesamt 1.680 Plätze. Die Ergebnisse werden im August vorliegen.

Während auch an der Wirtschaftsuniversität (WU) und an der Uni Wien für Informatik Interessenten um Studienplätze kämpften, gab es in Publizistik und Chemie an der Uni Wien und Pferdewissenschaften an der Veterinärmedizinischen Uni Wien mehr Plätze als Bewerber.

In Wien nahmen 6.490 Personen am Medizin-Aufnahmetest teil, in Innsbruck 2.927, in Graz 2.487 und in Linz 1.056. Das sind insgesamt rund 78 Prozent der Angemeldeten, wobei es kaum Schwankungen zwischen den Unis gab. An der Medizin-Uni Wien stehen 740 Plätze zur Verfügung, an der Medizin-Uni Innsbruck 400, an der Medizin-Uni Graz 360 und in Linz 180. Damit kommen in Wien neun Testteilnehmer auf einen Studienplatz, in Graz und Innsbruck rund sieben und in Linz sechs.

Quotenregelung in Humanmedizin

In der Humanmedizin gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent sind für Studienwerber aus Drittstaaten vorgesehen. In der Zahnmedizin ist diese Quotenregelung dagegen heuer gefallen: Die Plätze werden unabhängig von der Nationalität an die Bewerber mit dem besten Testergebnis vergeben.

Beim insgesamt neunstündigen schriftlichen Aufnahmetest für Humanmedizin (MedAT-H) wurden das schulische Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Testverständnis sowie kognitive Fertigkeiten (Zahlenfolge, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen) überprüft. Im Testteil "Sozial-emotionale Kompetenzen" gibt es außerdem den Bereich "Emotionen Erkennen": Dabei müssen die Bewerber anhand der Beschreibung einer Situation feststellen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Angehende Zahnmediziner mussten statt Textverständnis und dem Erkennen von Implikationen außerdem manuelle Fertigkeiten nachweisen.

ÖH kritisiert Zugangsbeschränkungen

Kritik am Aufnahmetest kommt von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). "Wir stellen uns ganz klar gegen jegliche Zugangsbeschränkungen", so Vorsitzende Adrijana Novakovic (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) in einer Aussendung. Der Medizin-Test sei "das Paradebeispiel, das jegliche Befürchtung gegenüber Zugangsbeschränkungen bestätigt". Die soziale Durchmischung der Studierenden habe seit dessen Einführung abgenommen. Die ÖH will einen freien und offenen Hochschulzugang aus und fordert eine Ausfinanzierung der Hochschulen. Es liege beim Staat, genügend Studienplätze zu schaffen und eine anständige Orientierungsphase anzubieten.

Mehr Testteilnehmer als Plätze an WU und in Informatik

An der Wirtschaftsuniversität (WU) und an der Uni Wien für Informatik gab es mehr Interessenten als Studienplätze. In Publizistik an der Uni Wien und Pferdewissenschaften an der Veterinärmedizinischen Uni Wien war das nicht der Fall. Dadurch ist dort jedem, der angetreten ist, der Studienplatz sicher.

An der WU gab es laut Uni für die drei Bachelorstudien Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Business and Economics und Wirtschaftsrecht durchwegs mehr Interessenten als Studienplätze: Rund 760 Personen kamen am 9. Juli in die Wiener Messehalle, um einen der 240 Plätze des englischsprachigen Bachelorstudiums Business and Economics zu ergattern. Für die 2.703 Plätze in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bewarben sich knapp 3.000 Interessenten. In Wirtschaftsrecht lag das Verhältnis Bewerber zu Plätzen am 10. Juli bei etwa 880 zu 870.

An der Uni Wien haben laut einer Sprecherin des Rektorats am 9. Juli in Informatik und Wirtschaftsinformatik 585 Testteilnehmer um einen der 415 Studienplätze gerittert. Hier entscheidet also ebenfalls das Prüfungsergebnis darüber, wer einen Studienplatz erhält. Bei Publizistik gab es am 10. Juli hingegen nur 743 Prüflinge und damit weniger Bewerber als Studienplätze (970). Durchgeführt wurde der Test - wie schon in früheren Jahren - trotzdem. Die Auswertung soll als Feedback für die angehenden Studenten dienen.

Alle Chemie-Kandidaten bekommen Platz an der Uni Wien

An der Universität Wien bekommen alle, die sich für ein Chemie-Studium angemeldet haben, einen Studienplatz. Insgesamt stehen 250 Plätze zur Verfügung, am entsprechenden Aufnahmetest nahmen 237 Kandidaten teil. Der Test wird dennoch ausgewertet und die Ergebnisse den Studienwerbern als Feedback und zur Selbsteinschätzung übermittelt, teilte die Uni Wien mit.

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