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Stichwort - Wie sich die Wälder bis zum Jahr 2100 ändern sollen

19.07.2019

Die Fichte, Österreichs häufigste Baumart, wird stark zurückgehen, sich aber nach oben ausbreiten. Der oft als "Brotbaum" der Forstwirtschaft Flachwurzler kommt mit Stürmen und Trockenheit zunehmend schlechter zurecht. Der Anteil wird langfristig von derzeit 60 auf 40 Prozent anno 2100 sinken erwarten die ÖBf. Trotzdem bleibt die Fichte hierzulande die häufigste Nadelbaumart.

Die Lärche ist sturmstabiler. Ihr Anteil wird sich deutlich erhöhen - von derzeit rund neun Prozent auf fast ein Viertel. Mit ihren speziellen Herzwurzeln hält sie Windwürfen besser stand als Fichten.

Mehr als verdoppeln wird sich auch der Anteil der Weißtanne, die mit ihren zwei bis drei Meter tiefen Wurzeln zu den am tiefsten wurzelnden Nadelhölzern zählt, und mit Trockenheit ebenso besser zurecht kommt als Fichten oder Lärchen.

Revival für die Tanne

Die Tanne erfährt ein Revival. Ursprünglich in heimischen Wäldern weit verbreitet, ist die Tanne in den letzten Jahren stark zurückgegangen, nun wird sie wieder gefördert.

Auch die Buche (Rotbuche), Österreichs häufigste Laubbaumart, wird nach oben klettern. Aufgrund der Klimaerwärmung wird sie sich bis auf 1.500 Meter Seehöhe stärker ausbreiten, braucht jedoch ein feuchtes Klima.

Insgesamt werden unterschiedlichste Baumarten, die bisher weniger stark vertreten waren, zukünftig eine größere Rolle spielen. Das sind die Zirbe, Eiche oder auch typische Mischbaumarten wie Ahorn oder Linde. "Artenvielfalt ist die beste Risikovorsorge", so Freidhager. "Eine hohe Biodiversität reduziert nicht nur das Schädlingsrisiko, sie trägt auch maßgeblich zu einer höheren Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt bei."

Hier eine Aufstellung, wie sich die heimischen Wälder nach Erwartung der Österreichischen Bundesforste bis zum Jahr 2100 verändern werden. Je nach Region, Bodenbeschaffenheit, Mikroklima und Höhenlage werden die Veränderungen sehr unterschiedlich ausfallen. Die Fichte wird in nicht standortgerechten Verbreitungsgebieten stark zurückgehen. Das sind der Wienerwald, das Waldviertel und Pannonien. Dafür wird die Eiche in Ostösterreich an Bedeutung gewinnen.

Lärchen und Douglasien für niederschlagsärmere Gebiete

Im niederschlagsärmeren Waldviertel, im Wienerwald, aber auch im Kobernaußer Wald (OÖ) werden Lärchen und Douglasien zunehmen, da sie mit Trockenheit besser zurechtkommen. Die Douglasie gilt als "alter Newcomer" unter den Baumarten. Ursprünglich heimisch und vor allem in Nordamerika verbreitet, stellt sie an geeigneten Standorten eine schnellwüchsige forstliche Alternative dar, die gewaltige Dimensionen erreichen kann.

In den inneralpinen Regionen wie dem Salzkammergut, Salzburg, Tirol oder Kärnten werden neben den Lärchen die Tannen als Mischbaumart eine größere Rolle spielen, in manchen Gegenden wie Oberkärnten auch die Zirbe. Aber auch Laubhölzer, allen voran die Buche, werden in gebirgigen Lagen wie dem Oberinntal, der östlichen Obersteiermark oder dem Pongau (Salzburg) zunehmen.

Österreich ist knapp zur Hälfte bewaldet. Die Bundesforste sorgen für 15 Prozent dieser Fläche und sind damit der mit Abstand größte Waldeigentümer im Land.

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