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"Das heutige Klima hebt sich in seiner heißen weltweiten Synchronie ab" © APA (dpa/Warnack)
"Das heutige Klima hebt sich in seiner heißen weltweiten Synchronie ab" © APA (dpa/Warnack)

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Frühere Klimaänderungen geschahen oft nur regional

24.07.2019

Wissenschafter in Bern haben eines der gängigsten Argumente gegen den menschengemachten Klimawandel stark geschwächt. Sie fanden heraus, dass außerhalb des jüngsten rapiden Temperaturanstiegs solche Warm- oder Kaltzeiten in den vergangenen zwei Jahrtausenden nie auf der ganzen Welt gleichzeitig geschahen. Dass die jüngste Klimaerwärmung eine natürliche Erscheinung sei, sei damit unwahrscheinlich.

Das Team um Raphael Neukom von der Universität Bern nutzte unter anderem die große Datensammlung des Pages-2k-Netzwerkes, die zwei Jahrtausende umfasst. Die Temperaturen wurden etwa aus den Jahresringen von Bäumen herausgelesen, weil sich deren Dicke und Holzdichte mit der Temperatur verändern, oder aus den langsam wachsenden Korallenstöcken, an denen sich Veränderungen der Wassertemperatur ablesen lassen. Die Forscher haben abgesehen von der jüngsten Klimaerwärmung seit 150 Jahren keine Beweise für kalte oder warme Phasen gefunden, die um den ganzen Globus herum gleichzeitig stattfanden, ist dem im Journal "Nature" publizierten Beitrag zu entnehmen.

Als ein Beispiel nennen die Autoren die Kleine Eiszeit vom 15. bis 19. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert hätten die tiefsten Temperaturen im Zentral- und Ostpazifik geherrscht, im 17. Jahrhundert in Nordwesteuropa und dem südöstlichen Nordamerika und im 19. Jahrhundert in anderen Weltregionen. "Im Gegensatz dazu sehen wir, dass die wärmste Periode der vergangenen zwei Jahrtausende im 20. Jahrhundert auf 98 Prozent der Erde stattfand", schreiben sie. "Das ist ein starker Hinweis, dass die von Menschen verursachte globale Erwärmung beispiellos ist - nicht nur, was die absoluten Temperaturen angeht, sondern auch, was die räumliche Konsistenz im Kontext der vergangenen 2.000 Jahre angeht."

Grenzen der Daten

Auf die Grenzen der Temperaturdaten der vergangenen 2.000 Jahre verweist der Geografieprofessor Scott George von der Universität Minnesota in einem zugehörigen Kommentar im Journal "Nature". Es sei manchmal schwierig, alte Kalt- und Warmphasen miteinander zu vergleichen, weil Jahresringe in Bäumen beispielsweise einen sehr langsamen Klimawandel, der sich über mehrere Jahrhunderte ausdehne, nicht zuverlässig darstellen könnten.

Dennoch resümiert er: "Die gängige Maxime, dass das Klima sich immer ändert, stimmt mit Sicherheit. Aber selbst, wenn wir in unserer Perspektive bis in die frühen Tage der Römischen Kaiserzeit zurückgehen, können wir kein Ereignis erkennen, dass in Grad oder Ausmaß der Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht", schreibt er. "Das heutige Klima hebt sich in seiner heißen weltweiten Synchronie ab."

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