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KI-Expertenbericht im Ministerrat - Bundesstrategie in Warteschleife

17.10.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 37/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Einen Schritt in Richtung der ursprünglich für August angekündigten Künstliche Intelligenz(KI)-Strategie setzt die Regierung. Ein von Infrastrukturminister Andreas Reichhardt im Ministerrat präsentierter Expertenbericht soll als "Vorleistung für eine solide 'Bundesstrategie KI'" dienen. Die Experten sprechen sich darin u.a. für ein "gesamtheitliches KI-Gesetz" aus.

Der Anstoß der Bundesregierung zu dem Prozess, der unter dem Arbeitstitel "Artificial Intelligence Mission Austria 2030" schon im Spätsommer in eine österreichische KI-Strategie münden hätte sollen, erfolgte vor rund einem Jahr. In Folge des Koalitionsendes wurde die Erstellung der Bundesstrategie vertagt. Insgesamt haben sich rund 150 Experten in die Erstellung des "Ergebnisberichts" eingebracht, der "die Basis für die nun anstehende Erstellung einer Bundesstrategie für Künstliche Intelligenz bilden" soll, heißt es in dem Ministerratsvortrag.

Österreich in einigen Nischen gut positioniert

Als KI bezeichnet man lern-und anpassungsfähige Systeme, die durch Analyse großer Datenmengen und Erfahrung lernen, sich auf neue Situationen einstellen und Aufgaben bewältigen, die kognitive Fähigkeiten ähnlich jener des Menschen erfordern. In einigen Nischen sei Österreich im internationalen Vergleich "sehr gut positioniert", heißt es in dem Bericht. "Derzeit glänzen wir mit vielen guten Einzellösungen, die wir im nächsten Schritt zu einem großen einheitlichen Bild zusammenfügen müssen", so Wirtschaftsministerin Elisabeth Udolf-Strobl.

Die Experten schlagen in dem Papier vor allem "die Formulierung eines gesamtheitlichen KI-Gesetzes" vor, das auch "die ethischen Aspekte mit den Fragen Recht, Nutzbarkeit und Sicherheit in Einklang bringt". Dabei werden die Bereiche "Datenschutz, Privatsphäre und Berücksichtigung sozialer Auswirkungen" hervorgehoben. KI, die ethischen Ansprüchen folgt bzw. die nachvollziehbar arbeitet, könne zum Alleinstellungsmerkmal Europas werden.

Im Bereich der österreichischen Forschungs- und Unternehmensförderung sollten etwa eigenständige KI-Programme und ein "international sichtbares KI-Zentrum" etabliert, Stiftungsprofessuren oder ein "nationales Headhunting-Board" für KI-Spitzenforscher eingerichtet werden. Darüber hinaus brauche es eine verbesserte Infrastruktur sowie verstärktes Engagement in Aus- und Weiterbildung, (rechts-)sichere Daten-Plattformen oder mehr Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Verwaltung in dem Bereich. Außerdem stellen die Experten die Schaffung einer einschlägigen Ethikkommission in den Raum.

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