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108 Tagfalterarten und 32 Nachtfalterarten gemeldet © APA (Verena/Schmetterlingsapp)
108 Tagfalterarten und 32 Nachtfalterarten gemeldet © APA (Verena/Schmetterlingsapp)

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Citizen Science: Freiwillige zählten mehr als 12.000 Schmetterlinge

17.10.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 37/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Siehst du Schmetterlinge tanzen, kannst du draußen pflanzen, besagt eine alte Bauernregel. Man kann die Falter aber auch melden, und zwar im Rahmen eines Citizen Science Projektes. 12.000 Meldungen gingen dazu allein von 4. bis 28. Juli ein. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt: Österreichs Gärten leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Citizen Science bezeichnet eine offene Form der Wissenschaft, die auf Unterstützung vonseiten der Bevölkerung angewiesen ist - im Fall der Schmetterlingszählung von Global 2000 und der Initiative "Blühendes Österreich" durch das Fotografieren von Schmetterlingen in Gärten. Bei der Zählung wurden 108 Tagfalterarten und 32 Nachtfalterarten gemeldet. "Auch beim mittlerweile dritten Durchgang erfreut sich die "Gartenzählung" bei den NaturliebhaberInnen weiterhin großer Beliebtheit. Die hohe Anzahl übermittelter Fotos und deren Qualität ist wieder sehr erfreulich, ebenso die Nachweise einer Vielzahl gefährdeter Arten", wird Helmut Höttinger in einer Aussendung zitiert. Der Schmetterlingsexperte der Universität für Bodenkultur (Boku) ist für die Auswertung der gesammelten Daten zuständig.

Niederösterreich ist schmetterlingsreichstes Bundesland

Am häufigsten wurde der Distelfalter mit 1.271 Fotos gemeldet, gefolgt vom Großen Ochsenauge (783) und dem Hauhechel-Bläuling (526). Niederösterreich hat die Nase vorne und ist mit 72 verschiedenen Tagfalterarten und 23 Nachtfalterarten das schmetterlingsreichste Bundesland.

Die Zählung soll eine Bestandsaufnahme über die Artenvielfalt in den heimischen Gärten liefern. "Die Ergebnisse belegen, dass Gärten wichtige Lebensräume für die heimische Vielfalt sein können, wenn wir der Natur nur ihren Raum lassen. Besonders erfreulich ist, dass auch seltene und gefährdete Arten gesichtet wurden, denn jede einzelne Art trägt zur Stabilität der Ökosysteme bei und diese Stabilität sichert auch unsere Lebensgrundlagen", so Dominik Linhard von GLOBAL 2000. Zu diesen gefährdeten, beobachteten Arten zählt zum Beispiel der Nachtkerzenschwärmer oder die Tölpeleule, beides sehr seltene Nachtfalterarten.

Wer auch im Herbst noch Schmetterlinge sichtet, kann diese Beobachtungen unter www.schmetterlingsapp.at melden.

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