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Der Mondsee diente als Modellsee für die Untersuchung © Sabine Wanzenböck
Der Mondsee diente als Modellsee für die Untersuchung © Sabine Wanzenböck

APA

Silber-Nanoteilchen im Mondsee - Laut Forschern noch kein Problem

07.11.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 40/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Silber-Nanoteilchen aus Kosmetika oder Sportkleidung gelangen über Abwasser und Kläranlagen in die Gewässer. Forscher der Uni Innsbruck haben nun die Belastung des Mondsees mit solchen Nanopartikel gemessen. Weder im Seewasser noch in Fischen wurden Nanoteilchen gefunden. Im Sediment gibt es geringe Ablagerungen, reichern sie sich weiter an, könne ein künftiges Risiko nicht ausgeschlossen werden.

Im Zuge eines internationalen Forschungsprojekts gingen die Wissenschafter von der Annahme aus, dass sich die weniger als 100 Nanometer großen Silber-Nanopartikel über die Nahrungskette anreichern, was letztlich zu erhöhten Konzentrationen im Gewebe von Fischen führt. Um dies zu überprüfen, nahm Roland Vogt vom Forschungsinstitut für Limnologie der Universität Innsbruck in Mondsee (OÖ) zwei Jahre lang Proben aus dem Mondsee. Als Referenz wurde der nördlicher gelegene Irrsee ausgewählt, der nicht durch eine Kläranlage beeinflusst wird und in den Mondsee entwässert, teilte die Uni Innsbruck mit.

Untersucht wurden Wasserproben aus dem Zu- und Abfluss der Mondseer Kläranlage, Wasser- und Sedimentproben in unterschiedlichen Entfernungen von der Kläranlageneinleitung sowie Klärschlammproben. Zudem wurden Gewebeproben aus Leber, Kiemen, Niere, Magen- und Muskelgewebe von im Mond- und Irrsee geangelten Fischen in Hinblick auf Nanopartikeln untersucht.

Auch in Fischproben keine Silber-Nanopartikel

Wie die Wissenschafter im Fachjournal "Science of the Total Environment" berichten, wurden mit einer sehr empfindlichen Messmethode sowohl im Seewasser als auch in den Fischproben keine Silber-Nanopartikel nachgewiesen. Im Ausfluss der Kläranlage wurden um 90 Prozent weniger Nanopartikel gemessen als im Zufluss. Bei der weniger sensiblen Messmethode zum Nachweis des Gesamtsilbergehalts fand sich das Edelmetall vor allem im Seeboden neben der Ausleitung der Kläranlage, aber auch in Spuren bis zu sechs Kilometer von dieser Ausleitung entfernt.

Die gemessenen Konzentrationen im Sediment seien noch um ein Vielfaches geringer als jene Werte, bei denen negative toxische Effekte auftreten könnten, und daher noch kein Problem für das Ökosystem. Bei einer weiteren Anreicherung von Silber im Sediment könne aber ein künftiges Risiko nicht ausgeschlossen werden, betonten die Wissenschafter.

Service: https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2019.134034

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