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Bessere Ortung von Wahrnehmungslücken © APA (Schneider)
Bessere Ortung von Wahrnehmungslücken © APA (Schneider)

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Eye-Tracking-System hilft der Pilotenausbildung

25.11.2019

Forschende der ETH Zürich haben ein System entwickelt, das die Pilotenausbildung unterstützen und damit das Fliegen sicherer machen soll. Mithilfe von Eye-Tracking deckt die Software Wahrnehmungslücken auf.

Bereits in der Ausbildung lernen angehende Pilotinnen und Piloten im Flugsimulator, die zahlreichen Instrumente im Cockpit zu überwachen und im richtigen Moment und in der richtigen Reihenfolge auf die Anzeigen zu blicken. Instrukteure steuern im Hintergrund die Simulation und beobachten die Reaktionen der Flugschüler. Allerdings ist es für sie schwierig zu beurteilen, ob die angehenden Piloten beim "systematischen Scannen" der Anzeigen wirklich im richtigen Augenblick in die richtige Richtung blicken.

Dabei sollen die Instruktoren künftig Unterstützung durch ein neues System erhalten, wie die ETH Zürich mitteilte. Es beruht auf Eye-Tracking-Technologie und entstand in einer Kooperation zwischen der ETH und der Fluggesellschaft Swiss.

Blickrichtung und Augenbewegung erfasst

Beim Eye-Tracking wird die Blickrichtung und Augenbewegung mittels Kameras exakt erfasst. Zwar gibt es auch Eye-Tracking-Brillen, doch um die Flugschüler nicht zu stören, setzten die Forschenden um Martin Raubal von der ETH auf im Flugsimulator installierte Kameras und Infrarotsensoren. Dies verlängere zwar die Zeit, die zum Aufsetzen des Systems und das Kalibrieren für jede neue Person nötig ist, erziele aber besser Resultate, erklärte David Rudi von der ETH, der an der Entwicklung beteiligt war.

Die Darstellung der Blickrichtung ist ein Kernelement der Software "iAssyst" (für "Instructor Assistant System"), die außerdem Video-, Audio- und Simulatoraufnahmen verknüpft. Nach einer Evaluation durch sieben aktive Swiss-Instruktoren bestätigte sich der Nutzen des Systems. "Das Werkzeug hilft uns, Schwächen im systematischen Scannen zu erkennen und Wahrnehmungslücken in bestimmten Flugphasen zu orten", erklärte Benedikt Wagner, Swiss-​Pilot und Instruktor, der das Projekt seitens Swiss betreute. Es helfe, Pilotenfehler besser einzuschätzen und das Training gezielt anzupassen.

Von ihrer Entwicklung berichteten die Forschenden kürzlich im Fachblatt "Ergonomics". Neben der ETH und Swiss waren auch die amerikanische Raumfahrtagentur NASA, Lufthansa Aviation Training, die University of Oregon und das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL beteiligt.

Service: Fachartikelnummer: DOI: 10.1080/00140139.2019.1685132

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