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Maulide leitet das neue CD-Labor © APA (Punz)
Maulide leitet das neue CD-Labor © APA (Punz)

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CD-Labor an Uni Wien geht bei Wirkstoffdesign neue Wege

30.01.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 04/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Im Rahmen eines an der Universität Wien eröffneten neuen Christian Doppler(CD)-Labors gehen Forscher einem neuen Ansatz bei der Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe nach. Ziel des Teams um den Chemiker Nuno Maulide im "CD-Labor für Entropieorientiertes Drug Design" ist es, Moleküle so aufzubauen, dass sie ihre ursprüngliche Ordnung nicht verlieren, heißt es in einer Aussendung.

Auch sogenannte bioaktive Substanzen sind vor dem physikalischen Grundgesetz der Entropie nicht gefeit. Demnach streben abgeschlossene Systeme, in denen physikalische Prozesse ablaufen, mit der Zeit immer weiter in Richtung Unordnung. "Obwohl Moleküle typischerweise einer räumlichen Anordnung unterliegen, können sie sich bis zu einem gewissen Grad innerhalb ihrer vorgegebenen Struktur bewegen - taumeln und wackeln", so Maulide, der als Professor für Organische Synthese an der Uni Wien nun auch das neue CD-Labor leitet. Das führt dazu, dass auch sie ihre Ordnung verlieren und die ihnen zugedachte Funktion möglicherweise nicht mehr erfüllen können.

In Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Boehinger Ingelheim wollen die Wissenschafter diesem Vorgang entgegenwirken, indem sie die Moleküle so aufbauen, dass sie einerseits "möglichst gut zum Reaktionspartner passen und dabei gleichzeitig so starr sind, dass sie sich per se den Kräften der Entropie entziehen", wie es in der Aussendung heißt. Erste Studien würden darauf hinweisen, dass entropieorientiertes Wirkstoffdesign die Entwicklung von Medikamenten auch beschleunigen könne.

In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Industriepartnern.

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