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Am stärksten betroffen von wirtschaftlichen Auswirkungen wäre China © APA (dpa)
Am stärksten betroffen von wirtschaftlichen Auswirkungen wäre China © APA (dpa)

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Steigende Meeresspiegel könnten G20-Staaten hart treffen

30.01.2020

Die in Folge des Klimawandels steigenden Meeresspiegel könnten die wirtschaftlich starken G20-Staaten im Laufe dieses Jahrhunderts teuer zu stehen kommen. Die größten Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) seien einer Studie österreichischer Forscher im Fachblatt "Environmental Research Communication" zufolge in China, Indien und Kanada zu erwarten.

Die Wissenschafter haben sich im Rahmen ihrer Untersuchung mit der Frage befasst, wie sich das Steigen der Ozeane unter bestimmten Annahmen auf die Infrastruktur und Wirtschaftsleistung der 20 ökonomisch wichtigsten Staaten der Erde (G20) auswirken. Dabei gingen sie entweder davon aus, dass das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens, die Erderwärmung unter zwei Grad über dem Niveau vor der Industrialisierung einzudämmen, erfüllt wird oder eben nicht. Dazu berechneten die Wissenschafter um Thomas Schinko vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien verschiedene Szenarien dahin gehend, wie viele Anstrengungen die Staaten unternehmen, um ihre Küstenregionen vor dem steigenden Meeresspiegel und dem entsprechend höheren Hochwasserrisiko zu schützen.

Vier Prozent Einbußen beim BIP

Insgesamt seien die negativen Auswirkungen auf die BIPs bis zum Jahr 2050 bereits signifikant. "Ohne Eindämmung der Erwärmung, Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen und in der Annahme, dass die Meeresspiegel wie bisher weiter steigen, könnten die globalen BIP-Einbußen um das Jahr 2100 mehr als vier Prozent betragen", so Schinko in einer IIASA-Aussendung. Bliebe hingegen die Erwärmung in Grenzen und der Schutz der Küsten würde vorangetrieben, könnte der Effekt auf unter 0,5 Prozent gedrückt werden.

Am stärksten betroffen von negativen wirtschaftlichen Auswirkungen wäre demnach China. Unternimmt das Land nicht mehr zur Anpassung an die sich verändernden Umstände, würde dies das BIP im Jahr 2050 zwischen 0,8 und ein Prozent reduzieren. Auch in Indien (0,5 bis 0,6 Prozent) und Kanada (0,3 bis 0,4 Prozent) würde die Wirtschaftsleistung schon in den kommenden Jahrzehnten relativ deutlich leiden.

Während sich in der näheren Zukunft die Auswirkungen innerhalb der Länder voraussichtlich noch recht gut ausgleichen ließen, nehmen die prognostizierten negativen Effekte später im Verlauf dieses Jahrhunderts deutlich zu. Selbst wenn das Paris-Ziel erreicht wird, würden sich in China die Auswirkungen um das Jahr 2100 gegenüber 2050 ungefähr verzehnfachen, so die Wissenschafter. Aber auch in Europa und Japan ginge das wirtschaftliche Niveau bis 2100 deutlich zurück, wenn Maßnahmen zum Schutz der Küstenregionen weitgehend unterblieben.

Die Ergebnisse würden klar zeigen, dass man in diesem Zusammenhang "langfristig denken und rasch handeln müsse", so Schinko. Besonders gut überlegen sollte man zukünftig, wo Städte gebaut werden und in welchen Gegenden wichtige Infrastrukturprojekte verwirklicht werden.

Service: https://doi.org/10.1088/2515-7620/ab6368

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