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Migration von wenigen Metern schafft oft schon Abhilfe © APA (dpa)
Migration von wenigen Metern schafft oft schon Abhilfe © APA (dpa)

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Unterschiedlich temperierte Almweideflächen bewahren Artenreichtum

03.02.2020

Der Klimawandel bedroht die kälteliebenden Gebirgsbewohner. Dort sind Lebensräume aber auf engem Raum so verschieden, dass Pflanzen und Tiere oft nur wenige Meter übersiedeln müssten, um sich zu retten, berichten österreichische und deutsche Forscher im Fachjournal "Scientific Reports". Eine eben gelegene Almwiese hat Temperaturunterschiede im Boden, die 500 Metern Seehöhendifferenz entsprechen.

Die Forscher vergruben auf einer Almweide 2.273 Metern über dem Meeresspiegel in den Hohen Tauern nach der Schneeschmelze Wärmesensoren im Boden und zeichneten die Temperatur während der gesamten Wachstumsperiode auf. Außerdem inspizierten sie bei verschiedenen Fleckchen der Wiese, welche unterschiedlichen Pflanzen dort wuchsen, und wie viele verschiedenen Insekten sie besuchten. An der Studie waren Lisa-Maria Ohler und Martin Lechleitner vom Fachbereich Biowissenschaften der Universität Salzburg sowie Robert Junker von der Universität Marburg (Deutschland) beteiligt.

Die mittleren Bodentemperaturen der wärmsten und kühlsten Stelle der Wiese variierten so stark, wie bei 500 Metern Höhenunterschied, so die Forscher. Das lag vor allem daran, dass sie kleine Mugel und Senken hatte, wodurch manche Stellen mehr nach Norden und manche mehr nach Süden geneigt waren, und sie deswegen unterschiedlich stark Sonnenlicht abbekommen haben. Außerdem flankierten Bergrücken die Almwiese, so dass Teile der Wiese am Morgen oder Abend mehr beschattet waren, als andere.

Die Bodentemperatur wiederum beeinflusste, wie viele Pflanzen an einem Fleckchen waren und wie viele Tiere sie besuchten. "Die Lebensräume mit unterschiedlichem Mikroklima sind deshalb geeignet, genügend Verschiedenartigkeit bereitzustellen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Pflanzen abzupuffern", schrieben die Wissenschafter in dem Fachartikel. Alpine Pflanzen und Tiere könnten demnach Klima-Refugien auf der selben Seehöhe finden. "Eine Migration von wenigen Metern kann teils ausreichen, um ihrer passenden Temperaturnische nach zu folgen", meinen sie.

Service: https://doi.org/10.1038/s41598-020-58388-7

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