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Forscher verweist auf etablierte, aber wenig genutzte Technologie © APA (dpa)
Forscher verweist auf etablierte, aber wenig genutzte Technologie © APA (dpa)

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Studie sieht in Pumpspeicherkraftwerken viel Potenzial

20.02.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 06/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Eine Studie des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien sieht in Pumpspeicherkraftwerken viel Potenzial. Diese würden eine erschwingliche Möglichkeit bieten, erneuerbare Energie langfristig zu speichern und damit eine dringend benötigte Lücke beim Übergang zu diesen füllen, erklären sie im Fachjournal "Nature Communications".

Studienautor Julian Hunt bezeichnet saisonale Pumpspeicherkraftwerke als "bereits etablierte, aber noch wenig genutzte Technologie". Sie würden im Vergleich zu anderen ausgereiften Speicherlösungen "ein beträchtliches Potenzial zu äußerst wettbewerbsfähigen Speicherkosten bieten". Das Problem der Wind- und Sonnenenergieerzeugung sind vor allem saisonale Schwankungen. Deshalb werden Speicheralternativen benötigen, um die Nachfrage jederzeit decken zu können.

In ihrer Studie haben die Forscher das theoretische globale Potenzial für Pumpspeicherkraftwerke erhoben und sich dabei auf die Standorte mit dem höchsten Potenzial und den niedrigsten Kosten konzentriert. Sie schätzen die weltweite Kapazität zur Energiespeicherung mit Hilfe von Pumpspeicherkraftwerken - bei einem Preis von unter 50 Dollar pro Megawattstunde (MWh) - auf 17,3 Petawattstunden (PWh). Das entspreche etwa 79 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs im Jahr 2017.

Besonders geeignete Regionen

Insbesondere im unteren Teil des Himalaya, in den Anden, den Alpen, den Rocky Mountains, dem nördlichen Teil des Nahen Ostens, dem äthiopischen und dem brasilianischen Hochland, Mittelamerika, Ostasien, Papua-Neuguinea sowie dem Sajan-, Jablonowy- und Stanowoigebirge in Russland sehen die Forscher ein bedeutendes Potenzial für Pumpspeicherkraftwerke. Hunt ist überzeugt, dass diese "angesichts des enormen ungenutzten und billigen Potenzials bald eine wichtige Rolle bei der Speicherung von Energie und Wasser spielen werden".

Auch mit potenziellen Umweltproblemen haben sich die Wissenschafter beschäftigt. Die Auswirkungen von Pumpspeicherkraftwerken auf die Umwelt und die Landnutzung seien zehn bis 50 Mal geringer als bei traditionellen Wasserkraftwerken, betonen sie.

Service: http://dx.doi.org/10.1038/s41467-020-14555-y

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