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Binnen zwei Stunden können 400 Kubikmeter desinfiziert werden © APA (BIOTECH3D)
Binnen zwei Stunden können 400 Kubikmeter desinfiziert werden © APA (BIOTECH3D)

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Coronavirus - Oö. Firma desinfiziert Räume mit Biozid-Nebel

12.03.2020

Die oberösterreichische Firma Biotech3D hat eine Technologie entwickelt, um ganze Räume mit einem Kaltvernebelungsgerät zu desinfizieren. Es gebe ein Patent und ein marktfähiges Produkt, das im Kampf gegen das Coronavirus helfen könnte, aber es wird noch ein Investor gesucht, um die aktuelle Nachfrage stemmen zu können, erläuterten die Entwickler im Gespräch mit der APA.

Harald Rauchenschwandtner, Erfinder der Technologie und Gründer des Unternehmens Biotech3D, hat das Gerät in Zusammenarbeit mit dem Maschinenbauer Erwin Hochwarter zur Serienreife entwickelt. Das Prinzip: Mittels Ultraschall wird ein in der Medizin zur Wunddesinfektion verwendetes Biozid als Nebel im Raum verteilt und dringt auch in Ritzen ein. Binnen zwei Stunden können so 400 Kubikmeter desinfiziert werden. Mit dem auf Bildern aus China zu sehenden "Ghostbusters Szenario", in dem ganze Straßenzüge besprüht werden, habe das nichts zu tun, betonte Rauchenschwandtner, seine Maschine arbeite mit "präzise gesteuerten Aerosolen".

Die Desinfektionsmethode entfernt laut Unternehmen nicht nur ummantelte Viren, wie beispielsweise Corona (SARS)-, HIV-1-, Influenza-, oder Hepatitis B- und C-Viren, sondern auch Bakterien, Pilze und Hefen sowie organische Gerüche. Die Maschine eigne sich unter anderem für den Einsatz auf Flughäfen, in öffentlichen Verkehrsmittel und Büros, aber auch für Lüftungs- und Klimaanlagen, Kühlschränke, Waschmaschinen oder Wellness- und Spa-Bereiche.

Suche nach Investor

Das Patent in Österreich wurde 2014 erteilt. Auch international seien bereits erste Patente vorhanden, andere noch im Erteilungsprozess, erklärte Rauchenschwandtner. Mittlerweile tragen die Geräte das CE-Zeichen, man sei serienreif, könne aber die aktuell "aus allen Kontinenten" nachgefragten Stückzahlen schlicht nicht herstellen. Die Aufbauarbeit sei geleistet, aber nun brauche man "einen kompetenten Investor, der an das Produkt glaubt", um schneller produzieren zu können, erklärte Business-Angel Karl Gollegger, der das Unternehmen begleitet. Wie viel Geld man benötigen würde, bleibt aber ein Geschäftsgeheimnis.

Biotech3D bietet sowohl die Desinfektion als Dienstleistung an als auch die Maschinen selbst und - für den internationalen Markt - Lizenzen an. Der Listenpreis des Geräts liegt bei 18.000 Euro, das benötigte Fluid kostet für 50 Kubikmeter rund 20 Euro. Als Dienstleistung müsste man mit 10 Euro netto pro Kubikmeter rechnen.

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