Natur & Technik

Auf der Forschung ruhen große Hoffnungen © APA (Techt)
Auf der Forschung ruhen große Hoffnungen © APA (Techt)

APA

Coronakrise: "Mit voller Kraft in Wissenschaft investieren"

07.05.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 18/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen appelliert an die Politik, "mit voller Kraft in Wissenschaft und Forschung zu investieren". In der Coronakrise ruhten große Hoffnungen auf diesen Bereich, stamme doch das "Wissen, um das Virus zu verstehen und die gesamtgesellschaftlichen Folgen der Pandemie in den Griff zu kriegen, aus öffentlich finanzierter Wissenschaft und Forschung".

"Ohne Grundlagenforschung wären wir im Blindflug unterwegs. Mit dem Basiswissen aus der Grundlagenforschung lassen sich die ökonomischen und sozialen Konsequenzen der Pandemie besser in den Griff kriegen", betonte Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF und Sprecher der Allianz, in dem Appell. Dieser Plattform gehören neben dem FWF das Institute of Science and Technology (IST) Austria, der Österreichische Wissenschaftsrat, die Universitätenkonferenz (uniko), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sowie ad personam die ehemalige Präsidentin des Europäischen Forschungsrats ERC, Helga Nowotny, an.

"Was wirklich wichtig ist, tritt in einer Krise deutlicher zutage. Wissenschaft und Forschung zählen dazu", heißt es in der Stellungnahme der Allianz. Wissenschafter aus allen Disziplinen würden zum Verständnis der Krise beitragen und ihre Erkenntnisse helfen, Auswege aus der Krise zu finden. Das hohe Vertrauen der Bevölkerung, der immense Bedarf nach Wissen sowie Expertise und das Bewusstsein, nie zu wissen, welche Krise als Nächstes auftritt, würden die Notwendigkeit einer breit aufgestellten Spitzenforschung verstärken.

Unabhängige Forschung nachhaltig stärken

Die Allianz österreichischer Wissenschaftsorganisationen appelliert daher an die Bundesregierung, "besonders in und nach dieser schwierigen Zeit die unabhängige und offene Wissenschaft und Forschung nachhaltig zu stärken", wie dies auch im Regierungsprogramm festgelegt sei. "Niemand weiß im Detail, welche Krise die nächste sein wird - aber je mehr exzellente Forschende in Österreich tätig sind, desto besser werden wir sie in den Griff bekommen und eventuell auch abwenden können".

Tockner verweist darauf, dass Forscher dank moderner Methoden schnell den Auslöser von COVID-19 identifizieren konnten und danach mit der Entwicklung von Tests, Medikamenten und Impfstoffen begonnen werden konnte. "Diese Geschwindigkeit wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen." Das Wissen aus jahrzehntelanger Grundlagenforschung gebe die Sicherheit, dass - wie lange es auch dauert - COVID-19 überwunden werden könne, erklärte Thomas Henzinger, Präsident des Institute of Science and Technology (IST) Austria. "Neues Wissen war, ist und bleibt die sicherste und vielversprechendste Investition in die Zukunft."

Grundlage für Entscheidungen der Politik

Uniko-Präsidentin Sabine Seidler verwies auf den "bisher nicht dagewesenen Stellenwert", den wissenschaftliche Expertise derzeit bei den weitreichenden Entscheidungen der Politik und bei der Information der Öffentlichkeit habe. Und für den Vorsitzenden des Wissenschaftsrats, Antonio Loprieno, sind Wissenschaft und Forschung "ein zentrales Element, um unsere Gesellschaft resilienter zu machen und den Weg zum wirtschaftlichen Wiederaufbau zu ebnen".

Damit das Wissen in ausreichendem Maße und in höchster Qualität vorhanden sei, wenn man es brauche, müsse jetzt kräftig investiert werden. "Die Bevölkerung wird es der Politik danken, denn sie vertraut der Wissenschaft", so Helga Nowotny.

Weitere Meldungen aus Natur & Technik
APA
Partnermeldung