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Blitz mit immenser Stromstärke sprengte steirische Mammutbaum-Spitze

04.06.2020

Dass sich ein Blitz mit einer immensen Stromstärke von 300.000 Ampere entlädt, kommt in Österreich weniger als zehn mal im Jahr vor. Von so einem Blitz dürfte jüngst das grüne Wahrzeichen der südsteirischen Stadt Bad Gleichenberg (Bezirk Südoststeiermark) getroffen worden sein, wie der Leiter des österreichischen Blitzortungssystems ALDIS, Gerhard Diendorfer, gegenüber der APA berichtete.

Wenn ein Gewitterblitz durch die Atmosphäre fährt und schließlich in ein Objekt einschlägt, beträgt die Stromstärke bei der Entladung durchschnittlich 10.000 bis 20.000 Ampere, schilderte der ALDIS-Leiter. Deshalb schütze man im äußeren Blitzschutz üblicherweise vor entsprechenden Ereignissen bis 200.000 Ampere. Heftigere Blitze können vorkommen, erreichen aber extrem selten die 300.000 Ampere-Grenze. In diesem Jahr ist das Ausnahmeereignis bereits einmal eingetreten - und hat eine Naturkostbarkeit im Kurpark von Bad Gleichenberg getroffen. Mehrere Meter der Spitze des Sequoiadendron giganteum (Riesenmammutbaum) aus dem Jahr 1872 wurden weggesprengt.

"Im Vorjahr sind österreichweit nicht mehr als acht von rund 90.000 Blitzen mit mehr als 300.000 Ampere gezählt worden", hob Diendorfer die Seltenheit so eines Ereignisses hervor. Wenn sich die Amplituden in einer Höhe von über 300.000 Ampere bewegen, dann ist das somit ein Ereignis, das einen von 10.000 Blitzen betrifft", führte der Blitzexperte von ALDIS weiter aus. Das "Austrian Lightning Detection and Information System" verfügt über insgesamt acht Ortungssensoren, die sich über Österreich verteilen. Jeder dieser über GPS zeitsynchronisierten Sensoren erfasst mit hochempfindlichen Antennen die elektromagnetischen Signale aller Blitzentladungen im Umkreis von einigen 100 Kilometern, wertet diese an Ort und Stelle aus und meldet die Ergebnisse an die ALDIS-Zentrale in Wien.

"Wir haben nach dem Blitz in Bad Gleichenberg gesucht und haben einen Blitz, der ein außerordentliches magnetisches Feld produziert hat, gefunden", schilderte Diendorfer. Damit erkläre sich auch die gewaltigen Schäden an dem bisher 60 Meter hohen Baumriesen, der um rund 20 Meter gekürzt dasteht. "Die Energie, die bei so einer Entladung innerhalb eines Sekundenbruchteils umgesetzt wird, ist gewaltig", legte der Experte dar. Das Wasser im Stamm koche in Bruchteilen einer Sekunde und sprenge die Rinde und die Krone vom Baum.

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