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Pädagogische Hochschulen - Räte verlieren Kompetenzen

10.06.2020

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 23/2020 und nicht zwingend tagesaktuell

Die Hochschulräte an den Pädagogischen Hochschulen (PH) sollen künftig Kompetenzen verlieren. Das sieht ein Gesetzesentwurf vor, dessen Begutachtungsfrist kürzlich geendet hat. Außerdem sollen für sie Unvereinbarkeitsregeln gelten. PH-Rektoren wiederum sollen künftig über ein Doktorat verfügen müssen.

An den PH werden die Volksschullehrer ausgebildet, außerdem kooperieren sie bei der Ausbildung der Sekundarschullehrer (AHS, BMHS, NMS) in Verbünden mit den Unis. Darüber hinaus führen sie die Lehrerfortbildung durch. Anders als die Universitäten sind sie aber nicht autonom, sondern nachgelagerte Dienststellen des Bildungsministeriums, das etwa umfassenden Einfluss auf Personalfragen hat und auch Vorgaben bei Studienangebot und -inhalten macht.

Keine Autonomie

Eine geplante Entlassung in die Autonomie wurde zuletzt verworfen - durch die geplante Novelle soll der als Aufsichtsgremium konzipierte Hochschulrat sogar noch Kompetenzen verlieren. Unter anderem kam ihm bisher die Beschlussfassung über Organisations-, Ziel- und Leistungspläne sowie Ressourcenpläne zu. Künftig darf er nur mehr Stellungnahmen dazu abgeben.

Außerdem wird der Rat von fünf auf vier Personen verkleinert: Das Bildungsministerium verzichtet dafür auf ein von ihm entsendetes Mitglied und beschickt ihn nur mehr mit zwei Personen. Wie bisher stellt die Landesregierung des Sitzlandes der PH ein Mitglied, das letzte Mitglied ist weiterhin der jeweilige Bildungsdirektor des Bundeslandes.

Unvereinbarkeitsregeln geplant

Darüber hinaus sollen die Räte analog zu den Unis Unvereinbarkeitsregeln erhalten: In ihnen dürfen etwa keine Regierungsmitglieder (Bund oder Land), Funktionäre einer politischen Partei oder Ex-Rektoren der jeweiligen PH sitzen bzw. Personen, die eine dieser Funktionen in den vergangenen vier Jahren ausgeübt haben. Ebenfalls "gesperrt" sind Kabinettsmitglieder eines Ministers, darüber hinaus dürfen Mitglieder des Hochschulrates auch nicht einer anderen PH in Österreich angehören.

Erhöht werden die Anforderungen an Rektoren: Sie müssen nicht nur wie bisher ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können, sondern ein Doktorat. Kleine Änderungen gibt es auch bei deren Bestellung: Wie schon bisher erfolgt diese auch weiter durch den Bildungsminister. Der Hochschulrat muss künftig aber nicht mehr einfach einen Reihungsvorschlag aller Bewerber abgeben, sondern ein begründetes Gutachten, welche Bewerber er als ungeeignet bzw. welche als "in höchstem", "in hohem" bzw. "in geringerem Ausmaß" als geeignet ansieht.

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