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Penrose promovierte 1957 an der renommierten Universität Cambridge © APA (AFP)
Penrose promovierte 1957 an der renommierten Universität Cambridge © APA (AFP)

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Nobelpreisträger Penrose: Mit Hawking auf der Spur Schwarzer Löcher

06.10.2020

Sogar das Astrophysik-Genie Stephen Hawking hat als Doktorand bei ihm gearbeitet: Der Brite Roger Penrose bekommt im hohen Alter von 89 Jahren eine Hälfte des Physik-Nobelpreises für die Erforschung von Schwarzen Löchern. Wie Hawking ("Eine kurze Geschichte der Zeit") hat auch Penrose versucht, komplizierte Erkenntnisse der Forschung in mehreren populärwissenschaftlichen Büchern Laien zu erklären.

Hätte Hawking, würde er noch leben, nicht auch den Nobelpreis verdient? "Die Vorhersagen von Penrose zu den Eigenschaften von Schwarzen Löchern sind vielleicht noch ein bisschen fundamentaler gewesen. Aber natürlich hat Hawking da auch visionäre Beobachtungen angestellt", sagte Lutz Wisotzki vom Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur.

Nicht so berühmt wie Hawking, aber dennoch ein Genie

Keine Frage: Auch der Mathematiker Penrose ist ein Genie, wenn auch nicht so berühmt wie Hawking. Er stammt aus einer Familie von erfolgreichen Wissenschaftern: Der Vater war ein bekannter Psychiater und Genetiker, die Mutter Ärztin, ein Bruder Mathematiker und ein anderer Psychologe sowie mehrfacher britischer Schachmeister. Fast allen gemeinsam scheint eine Liebe zur Geometrie zu sein. "Ich erinnere mich daran, wie ich verschiedene Polyeder (geometrische Körper) mit etwa zehn Jahren gemacht habe", sagte Penrose einmal.

Penrose wurde im englischen Colchester geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Kanada, wo sein Vater arbeitete. Seine eigene wissenschaftliche Karriere trieb er hauptsächlich in Großbritannien voran. Er promovierte 1957 an der renommierten Universität Cambridge und arbeitete später als Professor an der hoch angesehenen Uni Oxford.

Auch in Interviews versucht der Mathematiker, seine komplizierten Forschungen anschaulich zu erklären. Ulrich Bleier von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft kann sich noch gut an eine andere Besonderheit bei einer Begegnung mit Penrose erinnern: an "unglaublich unlesbare handgemalte Folien".

Penrose: Lieber spät als zu früh den Nobelpreis

Penrose habe nicht damit gerechnet, die hohe Auszeichnung noch zu bekommen, erklärte der Wissenschafter in einer Online-Pressekonferenz. "Das ist wirklich eine große Ehre." Ärgert er sich, dass er die Auszeichnung so spät bekommen hat? "Nein. Es wäre viel schlechter, den Nobelpreis zu früh zu bekommen."

"Es hat lange gedauert, bis die Leute die Existenz von Schwarzen Löchern akzeptiert haben", sagte Penrose. Die Forschung in diesem Bereich sei aber noch längst nicht zu Ende. "Da wird noch viel kommen", sagte er in seinem Arbeitszimmer zu Hause in Oxford.

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