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Ein Goffin-Kakadu biegt sich einen Haken zurecht © Bene Croy
Ein Goffin-Kakadu biegt sich einen Haken zurecht © Bene Croy

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Verblüffende Fähigkeiten: Kakadus formen Haken, um Nüsse zu fischen

07.09.2017

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 31/2017 und nicht zwingend tagesaktuell

In der Natur kommen Goffin-Kakadus ohne Werkzeug aus. Bei Bedarf sind sie aber schlau und geschickt genug, um eines herzustellen. Wie Wiener Forscher im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" berichten konnten manche der Vögel - ohne je einen Haken gesehen, geschweige denn benutzt zu haben - einen solchen aus Draht formen und damit ein Körbchen mit Cashewnuss aus einer Röhre fischen.

Die außergewöhnliche Intelligenzleistungen von in Gefangenschaft gehaltenen Indonesischen Goffin-Kakadus wurde bereits mehrfach gezeigt. So beißen sie etwa mit ihrem kräftigen Schnabel längliche Splitter aus einem Holzbalken oder richten einen verzweigten Ast so zurecht, dass sie damit eine Cashewnuss holen können, die außerhalb der Reichweite liegt.

Um in dem neuen Experiment an eine Cashewnuss in einem Körbchen zu gelangen, mussten die Tiere einen Draht zu einem Haken verbiegen, das Werkzeug richtig herum in eine durchsichtige Röhre einführen, den Haken in den Henkel einhängen und das Körbchen hochziehen, so Isabelle Laumer vom Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien und Alice Auersperg vom Messerli Forschungsinsitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Dies schafften drei von dreizehn Vögel.

Unterschiedliche Drahtbiege-Techniken

Vier der Vögel konnten auch ein im rechten Winkel gebogenes Stück Draht geraderichten, um damit eine Nuss aus einem waagrecht befestigtem Röhrchen zu stoßen, berichten sie. Die einzelnen Tiere entwickelten beim Drahtbiegen unterschiedliche Techniken, was zeigt, dass sie das Problem jeweils ganz individuell lösten, und nicht auf stereotype Verhaltensmuster zurückgegriffen haben, erklärte Auersperg. Ihre Intelligenz erlaube es ihnen augenscheinlich, ungewöhnliche Aufgaben zu bewältigen, die sie in der freien Wildbahn üblicherweise nicht antreffen.

Lange Zeit hat die Fachwelt nur Menschen und Menschenaffen die Fähigkeit zugestanden, Werkzeuge zu benutzen und herzustellen. 2002 wurde aber die Neukaledonische Krähe "Betty" von britischen Forschern beobachtet, wie sie spontan einen Draht zu einem Haken bog, um damit an Futter zu gelangen. Dinge hin- und herzubiegen gehört aber zum natürlichen Verhaltensrepertoire von Krähen beim Nestbauen, deshalb könnte das Hakenbiegen bei ihnen quasi genetisch programmiert sein. Goffin-Kakadus bauen hingegen keine Nester, sondern suchen sich bereits existierende Baumhöhlen zum Brüten. Deshalb sei diese Verhaltensweise bei ihnen wohl nicht vererbt, sondern ausschließlich ihrer kreativen Intelligenz geschuldet, meinen die Wiener Forscherinnen.

Service: http://dx.doi.org/10.1098/rspb.2017.1026

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