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Tausende "Denkfabriken" bestimmen Politik und Wirtschaft weltweit

08.02.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 05/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Meinungsbildende Expertengruppen, "Thinktanks" genannt, beeinflussen mit ihrem Wissen weltweit Wirtschaft und Politik. Die University of Pennsylvania hat 7.815 solcher "Denkfabriken" erfasst und ein Ranking erstellt. International führend ist demnach das US-Institut Brookings. Von der Anzahl der Thinktanks her liegt Österreich im internationalen Vergleich als kleines Land sehr weit vorne.

Mit 68 Denkfabriken rangiert Österreich an 17. Stelle. Platz eins der Top-10-Länder belegen die USA mit 1.872 Thinktanks. Dahinter folgen China (512), Großbritannien (444), Indien (293), Deutschland (225), Frankreich (197), Argentinien (146), Japan (116), Russland (103) und Kanada (100), wie aus dem "2017 Global Go To Think Tank Index Report" der US-Uni hervorgeht.

Mit etwa 26 Prozent befindet sich der größte Anteil der Institutionen, die sich mit militärischen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen und Strategien befassen, um damit Politik und öffentliche Meinung zu beeinflussen, in Europa (inklusive Russland). Erst dahinter folgen Nordamerika mit rund 25 Prozent und Asien mit fast 21 Prozent.

Denkfabriken sind ein weltweites Phänomen, das für Regierungen und Zivilgesellschaften rund um die Welt eine entscheidende Rolle spielt. Die Experten- und Lobbyinggruppen agieren als Verbindungsglied zwischen akademischen Wissenschaftlern und politischen Machthabern.

444 Thinktanks in Großbritannien

In Westeuropa sitzen die meisten Thinktanks in Großbritannien (444), gefolgt von Deutschland (225) und Frankreich (197). In China werden bereits 512 Denkfabriken gezählt, in Indien 293 und in Japan 116. In Russland sind es 103.

Im Ranking der einflussreichsten und renommiertesten Thinktanks liegt die Brookings Institution (USA) auch laut aktuellen Report unangefochten an der Spitze, gefolgt vom Französischen Institut für Internationale Beziehungen (IFRI), vom Bruegel Institut (Belgien) und von Chatham House (Großbritannien).

Das Austrian Economics Center (AEC) ist als wichtigste österreichische Denkfabrik unter den Nicht-US-Instituten am 118. Platz gereiht. Unter den wichtigsten westeuropäischen Instituten steht das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) an 91. Stelle. In dieser Kategorie folgen von österreichischer Seite her das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) auf Platz 107 und das Friedrich August von Hayek Institut mit Sitz in Wien und Stanford auf Platz 111 (noch vor dem deutschen ifo Institut auf Platz 112).

WIIW auf Platz 25

Im Ranking der wichtigsten nationalen Wirtschaftsforschungsinstitute liegt das WIIW auf Platz 25, das Wifo auf Platz 29 und das Institut für Höhere Studien (IHS) auf Platz 79.

Das Laxenburger Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) ist in der Liste der besten Energie- und Rohstoffforschungsinstitute auf Platz 44 gereiht. In der Kategorie Umweltforschung nimmt das IIASA Platz 47 ein. Unter den top Wissenschafts- und Technologie-Denkfabriken platzierte sich das IIASA auf dem 19. Rang.

In der Kategorie "Internationale Entwicklung" liegt das Wifo auf Platz 73, das AEC auf Platz 93 und das WIIW auf Rang 131. In der Kategorie "Internationale Wirtschaft" stehen das WIIW auf Platz 4 und das Wifo auf Platz 59. Als Top-Institut in diesem Bereich gilt das amerikanische Peterson Institute for International Economics (PIIE), gefolgt von Bruegel und der Brookings Institution.

Als bester österreichischer Newcomer wird der Thinktank FP9 genannt, als beste unabhängige Denkfabriken finden das AEC auf Rang 21 und das Hayek Institut auf Platz 56 in der US-Erhebung Erwähnung.

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