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Engl wurde Anfang des Jahres bis 2023 in seiner Funktion bestätigt. © APA (Punz)
Engl wurde Anfang des Jahres bis 2023 in seiner Funktion bestätigt. © APA (Punz)

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Uni Wien-Rektor Heinz Engl wird 65

22.03.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 11/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Seit mittlerweile fast sieben Jahren steht der Linzer Mathematiker Heinz Engl an der Spitze der größten Universität des Landes. An den Ruhestand denkt der Rektor der Universität Wien, der am 28. März seinen 65. Geburtstag feiert, aber noch lange nicht. Erst Anfang des Jahres wurde er bis 2023 in seiner Funktion bestätigt.

Die "Heimat" Engls ist aber eigentlich nicht die Uni-Verwaltung, sondern die Forschung. Der Linzer studierte in seiner Heimatstadt Mathematik und wurde 1977 sub auspiciis praesidentis promoviert. 1979 habilitierte er sich an der Uni Linz, 1988 wurde er dort zum Professor für Industriemathematik berufen.

Davor und danach hatte Engl zahlreiche Gastprofessuren in den USA, Australien, Großbritannien und Deutschland inne. Ab 1992 leitete er außerdem ein Christian Doppler-Labor, aus dem sich das Kompetenzzentrum für Industriemathematik in Linz entwickelte. Von 1994 bis 2003 war Engl überdies Mitglied des Kuratoriums und Referent des FWF. 2003 wurde er wirkliches Mitglied der ÖAW sowie Direktor des Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) der ÖAW in Linz.

Das Pferd vom Schwanz her aufzäumen

Wissenschaftlich beschäftigte sich Engl vor allem mit sogenannten "inversen Problemen". Grob gesprochen bedeutet das eine Abkehr von üblichen mathematischen Operationen, bei denen man von einem System alle Parameter kennt und anschließend berechnet, wie es sich entwickelt. Bei inversen Problemen wird das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt: Man definiert ein bestimmtes Ziel und berechnet, wie man dieses am besten erreicht. 2007 wurde er mit dem "Pionier-Preis" des "International Council for Industrial and Applied Mathematics" (ICIAM) geehrt - der höchsten Auszeichnung im Bereich angewandte Mathematik.

In die Uni-Politik tauchte der Mathematiker zunächst an seiner Heimatuni ein: Von 1995 bis 2000 amtierte er als Dekan der Technisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Uni Linz, von 2003 bis 2007 war er dann Uni-Rat an der Technischen Universität Graz. 2007 wechselte er als Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung an die Universität Wien. Dort galt er bald als erster Anwärter auf die Nachfolge von Langzeit-Rektor Georg Winckler, in dessen Fußstapfen er 2011 trat. Am Ende seiner Amtszeit wird Engl ex aequo mit Winckler der längst dienende Rektor in der Geschichte der 1365 gegründeten Universität sein.

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