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Großer Rückhalt "von innerhalb und außerhalb der Uni" für Lukas © JKU
Großer Rückhalt "von innerhalb und außerhalb der Uni" für Lukas © JKU

APA

Linzer JKU-Rektor Meinhard Lukas will zweite Amtsperiode

05.04.2018

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 13/2018 und nicht zwingend tagesaktuell

Der nach Diskussionen um seinen Führungsstil zuletzt in die Kritik geratene Rektor der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), Meinhard Lukas, will weitermachen. Er ersuche die Uni-Gremien um "zeitnahe Entscheidung" und rechne damit, dass diese innerhalb der kommenden zwei Monate getroffen werde, so Lukas.

An die Öffentlichkeit gelangte Ergebnisse einer Umfrage des Betriebsrats beim wissenschaftlichen Personal hatten zuletzt für akademischen Wirbel gesorgt: Zwar wurde die Attraktivierung des Campus gelobt, bei den Forschungs- und Lehrbedingungen sei aber Luft nach oben und der Führungsstil des Rektorats sei zu autokratisch, so der Tenor.

Lukas war ganz offensichtlich bemüht, die angesichts der bevorstehenden Implementierung der Studienplatzfinanzierung zu einem ungünstigen Zeitpunkt ausgebrochene Personaldebatte rasch vom Tisch zu bekommen. Am Mittwoch lud er kurzfristig zu einer Pressekonferenz, um seine Entscheidung bekannt zu geben. Natürlich gebe eine solche Diskussion "zu denken", räumte er bei dieser Gelegenheit ein und betonte: "Ich werde mich weiter um Maß und Mitte bemühen."

Die Gesprächsbasis mit dem Betriebsrat sei "durchgehend gut", betonte er. Er hätte sich aber gewünscht, dass die Ergebnisse der Umfrage zuerst dem Rektorat kommuniziert worden wären, bevor sie "per Massenmail an alle Mitarbeiter" gingen. Nun will er "Gespräche mit offenem Visier" führen, eines ist für Mittwochabend angesetzt.

Zweidrittelmehrheit nötig

Der "große Rückhalt von innerhalb und außerhalb der Uni und die Gespräche mit meiner Frau" hätten ihn letztlich dazu gebracht, sich für das Weitermachen zu entscheiden, erklärte Lukas. Voraussetzung dafür ist, dass Senat und Unirat jeweils mit Zweidrittelmehrheit für die Verlängerung seines 2019 auslaufenden Vertrages stimmen. Ansonsten müsste sich der Rektor einem offenen Verfahren mit anderen Bewerbern stellen.

Lukas war 2015 mit einem ambitionierten Programm angetreten. Eine Qualitätsoffensive in der Lehre und die Attraktivierung des Campus standen ganz oben auf der Liste. Wenige Monate nach Amtsantritt gab es erste Diskussionen um seine Agenda, die der Senat - nachdem Lukas das zur Bedingung für sein Bleiben gemacht hatte - schließlich absegnete.

Was den Campus angeht, so wurde mittlerweile Einiges auf Schiene gebracht: Das Teichwerk, ein schwimmender Pavillon, ist das neue Highlight des Uniareals. Geplant ist zudem u.a. ein umfangreiches Facelifting des gesamten Campus ebenso wie ein College nach britischem Vorbild.

Im wissenschaftlichen Bereich kann sich Lukas u.a. die Gründung des LIT (Linz Institute of Technology) auf die Fahnen schreiben. Bis 2020/21 soll eine Pilotfabrik für digitalisierte Produktionsprozesse entstehen, wo Forscher aus Industrie und Uni zusammenarbeiten und Firmen die Herstellung neuer Produkte ausprobieren können.

Große Brocken waren zuletzt die Etablierung der Medizinfakultät und der Pädagogenausbildung Neu. Als nächstes seien neue Studienrichtungen wie Maschinenbau oder Medical Engineering geplant, führte der Vizerektor für Lehre und Studierende, Andreas Janko, aus. Derzeit arbeite man daran, die Prüfungsaktivität der Studenten zu steigern, das Ziel liege bei plus 25 Prozent. Seine u.a. für Personal zuständige Kollegin Brigitte Hütter verwies auf die mit den Instituten - im einstimmigen Konsens, wie sie betonte - geschlossenen Zielvereinbarungen. Es seien auch Laufbahnstellen geschaffen worden, die eine Karriere für junge Forscher bis hin zu einer Professur ermöglichen, was sie als "Paradigmenwechsel" an der JKU wertete.

Landespolitik würde zweite Amtszeit begrüßen

Die Entscheidung des Linzer Uni-Rektors Meinhard Lukas, für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stehen, hat in der Landespolitik durchwegs positive Reaktionen ausgelöst: ÖVP und Grüne lobten seine bisherige Arbeit. Die SPÖ begrüßte eine schnelle Personalentscheidung, um gegenüber dem Bund "resolut" auftreten zu können.

"Die JKU ist im Aufwind begriffen und diese positive Weiterentwicklung trägt vielfach die Handschrift von Rektor Meinhard Lukas", stärkte LH Thomas Stelzer dem amtierenden Rektor den Rücken. "Die JKU ist sowohl hinsichtlich der Ausbildung dringend benötigter Fachkräfte als auch bezüglich Forschung ein wesentliches Rückgrat für den Standort Oberösterreich", betonte sein für Forschung zuständiger Stellvertreter Michael Strugl (beide ÖVP).

SPÖ-Bildungssprecherin Sabine Promberger begrüßte es, dass nun offenbar rasch entschieden werde, wie es mit der JKU weitergeht. Denn es gelte in den kommenden Jahren den Uni-Standort Linz abzusichern. "Tatsache ist, dass die JKU vom Bund bei der Uni-Finanzierung benachteiligt wird", so Promberger. Es brauche daher "ein resolutes Auftreten in Wien".

Auch der Grüne Klubobmann Gottfried Hirz lobte den Rektor, der "einen ambitionierten Plan auf Schiene gebracht" habe. Mit einer weiteren Amtszeit "wäre gewährleistet, dass dieser Weg des Ausbaus und der Internationalisierung fortgesetzt wird". Auch Hirz monierte aber, dass "die JKU vom Bund bei der Uni-Finanzierung seit Jahren stark benachteiligt wird". Er kündigte für die nächste Landtagssitzung eine überparteiliche dringliche Initiative an, um der JKU politische Rückendeckung für die laufenden Budgetverhandlungen zu geben.

Lob von FPÖ und WKÖ

Auch seitens der FPÖ wurde Lukas Rosen gestreut: Er habe für die JKU vieles erreicht und sei für den Industriestandort ein "wichtiger Partner mit Handschlagqualität", so LHStv. Manfred Haimbuchner. "Natürlich muss man sich auch Gedanken über die weitere Finanzierung der JKU machen", räumte er ein. Lukas komme dabei als "profundem Kenner der Notwendigkeiten" eine wesentliche Rolle zu.

Auch die oö. Wirtschaftskammerpräsidentin Doris Hummer will Lukas weiter an der Spitze der JKU sehen: "Aus Sicht der heimischen Unternehmen kann der eingeschlagene Erfolgsweg der JKU damit fortgesetzt werden." Mit Blick auf die bevorstehenden Budgetverhandlungen mit dem Bund brauche die Uni einen versierten Verhandlungsführer, betonte auch sie.

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