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Vergleichstest zeigte erstaunliches Ergebnis © Georg Mair/Vetmeduni Vienna
Vergleichstest zeigte erstaunliches Ergebnis © Georg Mair/Vetmeduni Vienna

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Babynahrung: Schwarzmarktpulver in Afrika bleifrei, Markenware nicht

01.06.2018

Teure Markenbabynahrung ist für viele afrikanische Mütter unerschwinglich. Deshalb floriert in vielen Ländern ein unkontrollierter Schwarzmarkt. Vielfach wird daher befürchtet, dass minderwertiges und vor allem mit Blei verunreinigtes Milchpulver in Umlauf kommt. Ein Vergleichstest unter Leitung der Vetmeduni Wien zeigt aber, dass diese Produkte schadstofffrei waren - im Gegensatz zu Markenware.

Milchpulver ist aufgrund mangelnder Verfügbarkeit von Frischmilch eine wichtige Nahrungsquelle vieler afrikanischer Kleinkinder und Ersatz für die Muttermilch HIV-infizierter Frauen, hieß es in einer Aussendung der Veterinärmedizinischen Universität (Vetmeduni) Wien. Da Markenprodukte aber zu teuer sind, werden am Schwarzmarkt in Plastiksäckchen verpacktes Pulver verkauft - klarerweise ohne Hinweise auf Herkunft oder Inhaltsstoffe. Die Vermutung liegt daher nahe, dass oft minderwertige oder verunreinigte Produkte erworben werden.

Eine im Fachblatt "Food Chemistry" veröffentlichter Vergleichstest, an dem unter anderem Dagmar Schoder vom Institut für Milchhygiene der Vetmeduni beteiligt war, kam aber zu einem erstaunlichen Ergebnis. Die von dem Team analysierten 20 Milchpulverpäckchen unterschiedlicher Schwarzmarkthändler in Daressalam (Tansania), einem wichtigen Importhafen, waren schadstoff- und damit bleifrei.

Grenzwert um 200 Prozent überschritten

Anders dagegen 23 importierte Markenprodukte: In ihnen fanden sich neben den essenziellen Nährstoffen auch toxische Stoffe wie Blei oder Cadmium. Eine dieser Proben überschritt den international festgesetzten Grenzwert nicht nur minimal, sondern gleich um 200 Prozent. Das gebe nicht nur Anlass zur Sorge, sondern könnte trotz nur eines Nachweises "ein bedenklicher Hinweis auf ein Muster sein", so Schoder. Regelmäßiger Konsum von Blei in der ersten Entwicklungsphase führe zu neuronalen Schäden, verminderter Intelligenz oder Anämien.

Die Schwarzmarktproben waren hinsichtlich der erfassten Nährstoffkonzentrationen selbst mit österreichischen Referenzprodukten vergleichbar. Lediglich einzelne Nährstoffe waren etwas niedriger oder stärker angereichert.

Service: http://dx.doi.org/10.1016/j.foodchem.2018.02.058

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