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Kurt Gödels Erbe - Zeitreisen sind mathematisch vorstellbar

12.07.2019

"Does Future Lie in the Past?" Unter diesem Titel findet in Wien eine internationale Konferenz statt, die Logik, Computerwissenschaften und Physik verknüpft.

Zwei Ereignisse, die die Welt der Wissenschaft stark beeinflusst haben, feiern dieses Jahr Jubiläum: Die entscheidende Überprüfung von Albert Einsteins Relativitätstheorie wird 100 Jahre alt. Und vor 70 Jahren bewies Kurt Gödel, dass die Relativitätstheorie eine merkwürdige Art von Universum erlaub: Unter bestimmten Vorrausetzungen, so konnte Gödel zeigen, ist ein Universum mit geschlossenen Weltlinien möglich, in dem die Zeit eine kreisförmige Struktur hat und Objekte irgendwann nahtlos in ihre eigene Vergangenheit zurückkehren. Somit sind Zeitreisen innerhalb der allgemeinen Relativitätstheorie denkbar.

Zu diesem Anlass organisiert die Kurt Gödel Gesellschaft von 25. bis 27. Juli 2019 an der Universität Wien die internationale Konferenz "Kurt Gödel ́s Legacy: Does Future Lie in The Past?"

Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie gehört zu den bahnbrechenden Erfolgen der Physik des zwanzigsten Jahrhunderts. Fünfzehn Jahre später revolutionierte Kurt Gödel in Wien eine andere Disziplin - die mathematischen Logik. Albert Einsteins Relativitätstheorie eliminierte den Begriff der absoluten Zeit, während Kurt Gödels Unvollständigkeitstheorem von 1931 den Begriff der absoluten mathematischen Wahrheit in Frage stellte.

Logik, Physik, Philosophie

Die Konferenz führt einige der weltweit führenden Persönlichkeiten auf den Gebieten der Mathematik, Physik, Informatik, Philosophie und Logik zusammen. Zu ihnen gehört der Nobelpreisträger Rainer Weiss, der 2017 für die Entdeckung der Gravitationswellen den Nobelpreis für Physik erhielt. Dieser Befund war die letzte noch nicht direkt verifizierte Vorhersage der allgemeinen Relativitätstheorie und bestätigt ihre Vorhersagen über Raum-Zeit-Verzerrungen im Kontext großräumiger kosmischer Ereignisse.

Erstmals seit 15 Jahren hält der Philosoph Palle Yourgrau darüber einen öffentlichen Vortrag. Er verbindet die beiden Jubiläumsereignisse miteinander und spricht über die philosophischen Implikationen von Gödels und Einsteins Arbeiten. Auch die Hauptrednerin Juliet Floyd ist eine Philosophin, die verschiedene Wissenschaftsgebiete in Beziehung setzt: Sie vergleicht die Bedeutung der Einsteinschen Theorien für die Philosophie des 20. Jahrhunderts mit der Wirkung des Begriffs der Turing-Maschine für die Informatik. Ihr Vortrag, die 27. Wiener Kreis Vorlesung, ist öffentlich und kann bei freiem Eintritt besucht werden.

Ein weiterer Vortrag, der für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist, wird vom Mathematiker und Kosmologen John D. Barrow von der Cambridge University gehalten. Er wird die Geschichte all der verschiedenen möglichen Universen erzählen, die als Lösungen für Einsteins Gleichungen gefunden wurden, einschließlich der rotierenden , Universen , die zuerst von Kurt Gödel gefunden wurden. Dieser Vortrag findet im Gedenken an Wolfgang Rindler statt, einen österreichischen Physiker, der wichtige Beiträge zur Relativitätstheorie und insbesondere ihren Auswirkungen auf die Kosmologie geliefert hat. Rindler starb im Februar 2019.

Künstliche Intelligenz und Quantenmechanik

Matthias Baaz, TU Wien: "Ähnlich wie Einstein und Gödel die Fundamente der Wissenschaft erschütterten, könnten heutige Erkenntnisse über die statistischen und logischen Methoden die Wege zur künstlichen Intelligenz (KI) in neue Bahnen lenken." Der KI-Forscher Toby Walsh und der Wissenschaftsphilosoph Reinhard Kahle untersuchen die Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und die Forderung nach erklärbaren und verantwortungsvollen KI - Computer, die ohne die korrupten oder verzerrten Daten selbstständig lernen können.

Ein weiteres Zukunftsthema mit Potenzial für revolutionäre Erkenntnisse ist die Quanteninformatik: Die Quantenphysiker Markus Aspelmeyer und Wolfgang Schleich sowie die Mathematikerin und Physikerin Marika Taylor, ehemals eine enge Mitarbeiterin von Stephen Hawking, werden den aktuellen Stand der Forschung in diesem Bereich beschreiben.

Die Konferenz wird durch eine Sonderausstellung über Leben und Werk von Kurt Gödel ergänzt, die von Karl Sigmund kuratiert wurde und frei zugänglich ist. Die Konferenz wird von der Universität Wien, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Forschungsplattform TURIS, dem Vienna Center for Logic and Algorithms an der TU Wien, dem Department Vienna Circle und der Vienna Circle Society unterstützt.

Website: https://kgs.logic.at/goedels-legacy/

Eintritt frei: http://www.vcla.at/events/kurt-goedels-legacy-does-future-lie-in-the-past/

Abendveranstaltungen für Journalisten

Die Konferenz ist zusammen mit allen Abendveranstaltungen, einschließlich des feierlichen Konferenzdinners, offen für den Journalisten. Eine kostenlose Registrierung ist erforderlich

Rückfragehinweis:
Mihaela Rozman, MA
Vienna Center for Logic and Algorithms
Technische Universität Wien - TU Wien
Favoritenstraße 9-11, 1040 Wien
Telefon: +43 1 58801 184806
Email: mihaela.rozman@tuwien.ac.at
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