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Forscher machen vielversprechendes Material unter Graphen haltbar

08.08.2019

Diese Meldung ist Teil einer wöchentlichen Zusammenfassung für den APA-Science-Newsletter Nr. 28/2019 und nicht zwingend tagesaktuell

Das aus nur einer Atomlage Kohlenstoff bestehende Graphen wird wegen seiner Fähigkeiten als elektrischer Leiter vielfach als "Wundermaterial" bezeichnet. Viel versprechen sich Forscher auch von Silicen, das ein vergleichbares Gitter aus Silicium aufweist. Forscher an der Technischen Universität (TU) Wien haben das sehr instabile Material nun mit einer Art Sandwich-Konstruktion haltbar gemacht.

Im Fachblatt "Applied Materials and Interfaces" stellte das Team vom Institut für Festkörperelektronik der TU Wien seine neue Methode zur Fixierung des bienenwabenartig angeordneten Materials vor. Ähnlich Graphen leitet auch Silicen elektrischen Strom hervorragend, heißt es in einer Aussendung der Uni. "Es hat extrem bewegliche Ladungsträger und seine elektronischen Eigenschaften lassen sich steuern, indem man beispielsweise von außen ein elektrisches Feld anlegt", so die Erstautorin der Arbeit, Viktoria Ritter.

Anders als bei Graphen tut Sauerstoff dem Material aber nicht gut, es wird bei Kontakt damit nämlich rasch zerstört. Deshalb braucht es zur Herstellung von Silicen auch Ultrahochvakuum-Bedingungen. In Reinraumlabors der TU Wien konnten die Forscher das sensible Material erstmals in mehrere Lagen Graphen packen und es so versiegeln.

"Wir an der TU Wien sind weltweit die Ersten, denen dieser Trick gelungen ist. Danach kann man das Graphen-bedeckte Silicen problemlos herausnehmen und bei normalen Umgebungsbedingungen untersuchen", so Ritter, die für die Entdeckung kürzlich vom Elektrotechnik-Berufsverband Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) ausgezeichnet wurde. Derart behandelt bleibe das Material mehrere Tage lang stabil.

Service: https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/acsami.8b20751

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